Warum ist die Reinigung der Zahnzwischenräume für die Mundhygiene so wichtig?

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Die Reinigung der Zahnzwischenräume ist ein entscheidender Bestandteil der Mundhygiene, den viele Menschen unterschätzen. Man kann es so zusammenfassen: Wer nur die Außen- und Innenseiten der Zähne putzt, reinigt nur etwa 60 % der Zahnoberflächen. Die restlichen 40 % liegen in den Zwischenräumen, die eine normale Zahnbürste nicht erreichen kann.

Hier sind die wichtigsten Gründe, warum die Reinigung dieser Bereiche so wichtig ist:

1. Vermeidung von Karies (Interdentalkaries)

Speisereste und Bakterien setzen sich besonders gern in den engen Spalten zwischen den Zähnen fest. Dort bilden sie einen klebrigen Film (Plaque). Die Bakterien in der Plaque wandeln Zucker aus der Nahrung in Säure um, die den Zahnschmelz angreift. Da der Zahnschmelz zwischen den Zähnen oft etwas dünner ist, entsteht hier besonders leicht Karies, die zudem oft erst spät entdeckt wird, weil sie von außen unsichtbar ist.

2. Schutz vor Zahnfleischentzündungen (Gingivitis)

Bakterielle Ablagerungen in den Zwischenräumen reizen das Zahnfleisch. Die Folge sind Rötungen, Schwellungen und häufiges Zahnfleischbluten. Wenn diese Beläge nicht regelmäßig entfernt werden, bleibt das Zahnfleisch chronisch entzündet.

3. Vorbeugung von Parodontitis

Wird eine Zahnfleischentzündung nicht gestoppt, kann sie sich zu einer Parodontitis entwickeln. Dabei entzündet sich der gesamte Zahnhalteapparat, einschließlich des Kieferknochens. Das Zahnfleisch geht zurück, es bilden sich "Zahnfleischtaschen", und im schlimmsten Fall lockern sich die Zähne und fallen aus. Die Reinigung der Zwischenräume ist das effektivste Mittel, um diesen Prozess zu verhindern.

4. Vermeidung von Mundgeruch (Halitosis)

Mundgeruch entsteht in den meisten Fällen nicht im Magen, sondern im Mundraum. Speisereste, die in den Zwischenräumen verbleiben, werden von Bakterien zersetzt. Bei diesem Fäulnisprozess entstehen schwefelhaltige Gase, die für unangenehmen Atem sorgen. Durch das Entfernen dieser Reste beseitigt man die Geruchsquelle.

5. Schutz der allgemeinen Gesundheit

Wissenschaftliche Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen der Mundgesundheit und dem allgemeinen Wohlbefinden. Chronische Entzündungen im Mund (wie Parodontitis) erhöhen das Risiko für:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall)
  • Diabetes (Wechselwirkung: Parodontitis verschlechtert den Blutzuckerspiegel)
  • Komplikationen in der Schwangerschaft

6. Verhindern von Zahnstein

Wenn Plaque in den Zwischenräumen nicht entfernt wird, mineralisiert sie durch den Speichel und wird zu hartem Zahnstein. Zahnstein kann man nicht mehr selbst wegputzen; er muss professionell bei der Zahnreinigung entfernt werden. Je weniger Plaque vorhanden ist, desto weniger Zahnstein kann entstehen.


Was sollte man verwenden?

Je nach Größe der Zwischenräume gibt es verschiedene Hilfsmittel:

  • Interdentalbürsten (Zwischenraumbürsten): Gelten heute als Goldstandard, besonders bei größeren Lücken. Sie sind effektiver als Zahnseide.
  • Zahnseide: Ideal für sehr enge Kontakte, wo keine Bürste hindurchpasst.
  • Mundduschen: Eine gute Ergänzung, ersetzen aber meist nicht die mechanische Reinigung durch Bürstchen oder Seide.

Tipp: Einmal am Tag (am besten abends vor dem eigentlichen Zähneputzen) die Zwischenräume zu reinigen, reicht meist schon aus, um die Mundgesundheit massiv zu verbessern.