Darf die Reinigung mit Interdentalbürsten Schmerzen an den Zähnen verursachen?
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Die kurze Antwort lautet: Ein gewisses Druckgefühl oder ein leichtes „Zippen“ ist am Anfang normal, aber eigentliche Schmerzen sollte die Reinigung nicht verursachen.
Hier ist eine detaillierte Übersicht, warum es zu Beschwerden kommen kann und was normal ist:
1. Die Eingewöhnungsphase (Normal)
Wenn Sie gerade erst mit der Nutzung von Interdentalbürsten beginnen, ist das Zahnfleisch oft leicht entzündet, weil die Zwischenräume vorher nicht gründlich gereinigt wurden.
- Blutungen: In den ersten 1 bis 2 Wochen ist leichtes Zahnfleischbluten fast normal. Das ist ein Zeichen für eine bestehende Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die durch die Reinigung nun bekämpft wird.
- Empfindlichkeit: Das Zahnfleisch kann anfangs etwas gereizt reagieren.
- Besserung: Nach etwa 7 bis 14 Tagen regelmäßiger Anwendung sollten die Blutungen aufhören und die Empfindlichkeit verschwinden.
2. Mögliche Ursachen für Schmerzen
Wenn die Reinigung wirklich schmerzhaft ist, kann das folgende Gründe haben:
- Falsche Größe (Häufigster Grund): Wenn die Bürste zu groß ist, drücken Sie den Metalldraht mit Gewalt gegen das Zahnfleisch oder die Zahnsubstanz. Die Bürste sollte mit leichtem Widerstand durchgleiten, aber nicht „reingepresst“ werden müssen.
- Falsche Technik: Wenn man die Bürste im falschen Winkel einführt, kann die Spitze des Drahtes das Zahnfleisch verletzen oder gegen den Zahnhals drücken.
- Freiliegende Zahnhälse: An den Stellen, an denen sich das Zahnfleisch zurückgezogen hat, liegt das Dentin (Zahnbein) frei. Dieses ist sehr schmerzempfindlich gegenüber mechanischen Reizen.
- Akute Entzündung: Wenn eine starke Parodontitis oder eine tiefe Karies im Zwischenraum vorliegt, kann die Berührung starke Schmerzen auslösen.
- Drahtqualität: Billige Bürsten haben manchmal einen nicht isolierten Drahtkern. Wenn dieser Metallkern einen Zahn mit einer Metallfüllung (Amalgam oder Gold) berührt, kann es zu einem kurzen, elektrisierenden Schmerz (galvanischer Reiz) kommen.
3. Tipps zur richtigen Anwendung
- Größe anpassen: Lassen Sie sich in der Zahnarztpraxis beraten. Oft braucht man für die Schneidezähne kleinere Bürsten als für die Backenzähne.
- Nicht drücken: Wenn die Bürste nicht in den Zwischenraum passt, forcieren Sie es nicht. Nehmen Sie eine kleinere Größe oder Zahnseide.
- Winkel beachten: Setzen Sie die Bürste schräg am Zahnfleisch an, führen Sie sie vorsichtig ein Stück ein und richten Sie sie dann waagerecht auf, um sie ganz durchzuschieben.
- Einmal rein und raus: Es reicht völlig aus, die Bürste einmal pro Zwischenraum hin- und herzubewegen. Wildes „Schrubben“ reizt das Gewebe unnötig.
Wann sollten Sie zum Zahnarzt?
- Wenn die Schmerzen nach zwei Wochen regelmäßiger Anwendung nicht verschwinden.
- Wenn das Zahnfleisch stark anschwillt oder pocht.
- Wenn die Zähne extrem temperatur-empfindlich (kalt/heiß) werden.
Fazit: Ein leichter Druck ist okay, aber stechender Schmerz ist ein Warnsignal dafür, dass entweder die Technik, die Größe der Bürste oder der Zustand des Zahns nicht stimmt.