Wie findet man die passende Bürstengröße für die eigenen Zahnzwischenräume?

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Die Wahl der richtigen Größe bei Interdentalbürsten ist entscheidend: Ist die Bürste zu klein, reinigt sie nicht effektiv; ist sie zu groß, kann sie das Zahnfleisch oder den Zahnschmelz verletzen.

Hier ist ein Schritt-für-Schritt-Leitfaden, wie Sie die passende Größe finden:

1. Der Goldstandard: Professionelle Ausmessung

Der sicherste Weg führt über die Zahnarztpraxis oder die Professionelle Zahnreinigung (PZR).

  • Zahnärzte oder Dentalhygieniker haben spezielle Messsonden (z. B. die IAP-Sonde), mit denen sie genau bestimmen können, welche Bürstengröße in welchen Zwischenraum passt.
  • Sie erhalten oft einen "Putzplan", auf dem notiert ist, welche Farbe/Größe Sie für welchen Bereich (z. B. Frontzähne vs. Backenzähne) benötigen.

2. Die Do-it-yourself-Methode: Das Starter-Set

Wenn Sie es selbst versuchen möchten, kaufen Sie kein großes Pack einer einzelnen Größe, sondern ein Mixed-Set (Starter-Kit). Diese enthalten Bürsten in allen verfügbaren Größen (meist von ISO 0 bis ISO 8).

So gehen Sie beim Testen vor:

  1. Klein anfangen: Beginnen Sie immer mit der kleinsten Bürste.
  2. Ohne Gewalt: Führen Sie die Bürste mit leichtem Druck am Zahnfleischrand in den Zwischenraum ein. Wenn Sie auf harten Widerstand stoßen: Stopp! Die Bürste ist zu groß.
  3. Das "Gefühl" finden: Die Bürste sollte den Zwischenraum gut ausfüllen. Sie sollten einen leichten Widerstand spüren (die Borsten müssen die Zahnwände berühren), aber der Drahtkern darf nicht am Zahn scheuern oder klemmen.
  4. Hin und her: Wenn die Bürste mit leichtem Druck gleitet und den Raum ausfüllt, ist es die richtige Größe.

3. Wichtige Faustregeln

  • Unterschiedliche Größen nötig: Fast niemand hat überall gleich große Zahnzwischenräume. Meistens benötigt man für die engen Frontzähne eine kleinere Größe (z. B. Pink oder Orange) und für die Backenzähne eine größere (z. B. Blau oder Gelb).
  • Der Draht ist das Limit: Der Metalldraht in der Mitte der Bürste sollte den Zahn nie direkt berühren. Wenn es "kratzt", ist die Bürste zu groß oder Sie halten sie im falschen Winkel.
  • Blutungen am Anfang: Wenn Sie zum ersten Mal Interdentalbürsten benutzen, ist leichtes Zahnfleischbluten normal (Zeichen einer leichten Entzündung durch vorherige Vernachlässigung). Wenn es nach einer Woche täglicher Anwendung nicht aufhört, ist die Bürste evtl. zu groß oder die Technik falsch.

4. Die ISO-Größen beachten

Die Farben der Bürsten sind leider nicht bei allen Herstellern gleich (eine rote Bürste von Marke A kann eine andere Größe haben als von Marke B). Achten Sie daher auf die ISO-Norm (0 bis 8) oder den Drahtdurchmesser (PHD - Passage Hole Diameter), der oft auf der Packung steht:

  • ISO 0: Sehr enge Zwischenräume (ca. 0,6 mm)
  • ISO 2-3: Mittlere Zwischenräume (ca. 0,9 - 1,1 mm)
  • ISO 5+: Große Zwischenräume oder Brücken/Implantate

Zusammenfassung: Worauf Sie achten sollten

  • Zu leicht: Wenn die Bürste ohne jeglichen Widerstand "durchflutscht", ist sie zu klein und reinigt die Nischen nicht.
  • Zu schwer: Wenn Sie drücken müssen oder sich der Draht verbiegt, ist sie zu groß.
  • Ideal: Die Borsten füllen den Raum aus, der Widerstand ist spürbar, aber das Einführen ist schmerzfrei.

Tipp: Wechseln Sie die Bürste aus, sobald die Borsten abgenutzt sind oder der Draht verbogen ist (meist nach 1 bis 2 Wochen bei täglichem Gebrauch).