Wie findet man die passende Größe für Arbeitshandschuhe, um Blasen und Druckstellen zu vermeiden?

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Die richtige Größe bei Arbeitshandschuhen ist entscheidend: Sind sie zu groß, entsteht Reibung (Blasengefahr); sind sie zu klein, drücken sie die Blutzirkulation ab und führen zu Ermüdung und Druckstellen.

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du die perfekte Größe findest:

1. Die Hand richtig vermessen

Du benötigst zwei Maße deiner dominanten Hand (da diese meist etwas kräftiger ist). Benutze ein flexibles Maßband.

  • Handumfang: Lege das Maßband an der breitesten Stelle (über den Knöcheln, ohne den Daumen) locker um die Hand. Die Hand sollte dabei leicht gebeugt sein.
  • Handlänge: Miss den Abstand von der ersten Falte am Handgelenk bis zur Spitze des Mittelfingers.

2. Größentabelle nutzen (Standard EN 420 / EN ISO 21420)

Die meisten Hersteller halten sich an die europäische Norm. Hier ist eine Orientierungshilfe:

Handschuhgröße Größe (Buchstaben) Handumfang (ca. cm) Handlänge (ca. mm)
6 XS 15 - 16 cm 160 mm
7 S 17 - 19 cm 171 mm
8 M 20 - 22 cm 182 mm
9 L 23 - 24 cm 192 mm
10 XL 25 - 26 cm 204 mm
11 XXL 27 - 28 cm 215 mm

Hinweis: Wenn du genau zwischen zwei Größen liegst, wähle bei Lederhandschuhen eher die kleinere (Leder dehnt sich), bei beschichteten Montagehandschuhen eher die größere.

3. Der Praxistest: Worauf du achten musst

Wenn du die Handschuhe anprobierst, mache folgende Tests:

  • Die Faust-Probe: Balle deine Hand zur Faust. Der Handschuh darf nicht spannen oder die Blutzirkulation unterbrechen. Wenn sich das Material über den Knöcheln extrem dehnt, ist er zu klein.
  • Die Fingerkuppen-Prüfung: Drücke mit der anderen Hand auf die Fingerspitzen. Es sollte kein großer Hohlraum vorne sein (maximal 2-3 mm). Zu viel Platz führt dazu, dass du kein Feingefühl hast und der Stoff ständig reibt.
  • Die Daumenbeuge: Spreize den Daumen ab. Der Stoff in der Daumenbeuge sollte direkt anliegen, aber nicht einschneiden.
  • Der Handgelenks-Check: Der Handschuh sollte fest am Handgelenk abschließen, damit kein Schmutz eindringt, aber die Bewegung nicht einschränken.

4. Tipps zur Vermeidung von Blasen und Druckstellen

  1. Nähte prüfen: Achte darauf, dass die Innennähte flach verarbeitet sind. Besonders grobe Nähte an den Fingerspitzen oder im Daumenbereich führen schnell zu Druckstellen. Bei sensibler Haut sind Handschuhe mit außenliegenden Nähten oder nahtlose Strickhandschuhe (mit Beschichtung) besser.
  2. Atmungsaktivität: Blasen entstehen oft durch Feuchtigkeit (Schweiß). Wähle Handschuhe mit atmungsaktivem Handrücken. Wenn du stark schwitzt, können dünne Unterziehhandschuhe aus Baumwolle helfen.
  3. Das richtige Material:
    • Leder: Muss eingearbeitet werden. Es passt sich mit der Zeit der Handform an.
    • Nitril/PU-Beschichtung: Diese Handschuhe sind meist sehr dehnbar und sitzen wie eine zweite Haut – ideal gegen Reibung.
  4. Polsterung: Für Arbeiten mit Vibrationen oder schwerem Gerät gibt es Handschuhe mit Gel- oder Schaumstoffpolstern in der Innenhand, die gezielt Druckstellen vorbeugen.

Fazit: Ein guter Arbeitshandschuh darf weder schlottern noch einschnüren. Er sollte sich anfühlen wie eine „zweite Haut“, damit du festen Griff hast, ohne dass die Haut durch ständige Bewegung gegen das Material gereizt wird.