Kann man Stilltee auch bereits am Ende der Schwangerschaft trinken?
Ja, man kann Stilltee bereits am Ende der Schwangerschaft trinken, aber es gibt dabei ein paar Dinge zu beachten.
Hier ist eine Übersicht, was du wissen solltest:
1. Ab wann ist es sinnvoll?
Die meisten Hebammen empfehlen, erst ab der 36. oder 37. Schwangerschaftswoche mit Stilltee zu beginnen, falls man das möchte. Vorher ist es meist nicht nötig und man sollte dem Körper Zeit geben, die natürlichen hormonellen Prozesse abzuwarten.
2. Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Stilltees bestehen meist aus einer Mischung von Kräutern wie Fenchel, Anis und Kümmel. Diese haben folgende Vorteile am Ende der Schwangerschaft:
- Verdauung: Sie helfen gegen Blähungen und Völlegefühl, die viele Schwangere kurz vor der Geburt plagen.
- Beruhigung: Die Kräuter wirken oft entspannend auf den Magen-Darm-Trakt.
Einige Tees enthalten auch Bockshornklee oder Zitronenverbene (Eisenkraut):
- Bockshornklee: Er gilt als sehr milchbildend. In großen Mengen könnte er theoretisch die Gebärmutter stimulieren, weshalb man ihn nicht zu früh in der Schwangerschaft in hohen Dosen konsumieren sollte.
- Eisenkraut: Es wird manchmal nachgesagt, dass es wehenfördernd wirken kann (daher ist es oft auch in "Geburtstees" enthalten).
3. Regt der Tee die Milchbildung schon vor der Geburt an?
Nein, in der Regel nicht so, wie man es sich vorstellt. Der eigentliche Milcheinschuss wird durch den Hormonumschwung nach der Geburt (wenn die Plazenta geboren wurde) ausgelöst. Das Trinken von Stilltee in der Schwangerschaft führt also nicht dazu, dass du plötzlich vor der Geburt "ausläufst". Es bereitet den Körper eher sanft vor.
4. Die Menge macht’s
Trinke am Ende der Schwangerschaft nicht literweise Stilltee. 1 bis 2 Tassen am Tag sind völlig ausreichend. Zu viel Fenchel oder Anis kann bei manchen Menschen (und später beim Baby) paradoxerweise zu Blähungen führen, wenn es übertrieben wird.
5. Verwechslungsgefahr: Himbeerblättertee
Oft wird Stilltee mit Himbeerblättertee verwechselt.
- Himbeerblättertee dient zur Geburtsvorbereitung (macht das Gewebe weich) und wird strikt erst ab der 36. SSW empfohlen.
- Stilltee ist primär für die Zeit nach der Geburt gedacht, ist aber weniger "intensiv" in Bezug auf die Gebärmuttermuskulatur als Himbeerblättertee.
Fazit
Es spricht nichts gegen eine Tasse Stilltee am Tag in den letzten Wochen vor dem Termin, besonders wenn du unter Blähungen leidest. Wenn du jedoch eine Risikoschwangerschaft hast oder zu vorzeitigen Wehen neigst, halte kurz Rücksprache mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt, bevor du Kräutertees mit wehenförderndem Potenzial (wie Eisenkraut) trinkst.
Tipp: Viele Hebammen raten dazu, erst einmal die Geburt abzuwarten und dann zu schauen, wie der Milcheinschuss läuft. Oft reicht am Anfang normales Wasser und eine ausgewogene Ernährung völlig aus.