Darf Stilltee auch während der gesamten Schwangerschaft getrunken werden oder gibt es Inhaltsstoffe, die vorzeitig Wehen auslösen könnten?

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Grundsätzlich ist die Antwort: Ja, man darf ihn meistens trinken, aber es kommt auf die genaue Zusammensetzung und die Menge an.

Es gibt jedoch ein paar wichtige Punkte und Inhaltsstoffe, die du beachten solltest, da einige Kräuter in hohen Dosen tatsächlich wehenfördernd wirken können oder für die Schwangerschaft nicht ideal sind.

Hier ist eine Übersicht der gängigen Inhaltsstoffe in Stilltees:

1. Potenzielle "kritische" Inhaltsstoffe (wehenfördernd)

Einige Kräuter, die den Milchfluss anregen sollen, können in größeren Mengen die Gebärmutter stimulieren:

  • Eisenkraut (Verbena): Dies ist ein häufiger Bestandteil von Stilltees. Eisenkraut hat eine stark wehenfördernde Wirkung und wird von Hebammen oft erst kurz vor oder während der Geburt zur Unterstützung der Wehen empfohlen. In der Früh- oder Mitte der Schwangerschaft sollte man es eher meiden.
  • Bockshornklee: Er ist einer der stärksten Milchbildner. Es gibt Hinweise darauf, dass Bockshornklee in hohen Dosen die Gebärmutter stimulieren könnte. In moderaten Mengen (wie in einer Teemischung) ist er meist unbedenklich, sollte aber bei einer Risikoschwangerschaft mit dem Arzt abgesprochen werden.
  • Salbei und Pfefferminze: Diese sind zwar nicht wehenfördernd, wirken aber abstillend. Wenn du sie in der Schwangerschaft trinkst, schadet das dem Baby nicht, aber es könnte (theoretisch) den Aufbau des Drüsengewebes für das spätere Stillen stören, weshalb sie in Stilltees ohnehin nicht enthalten sind.

2. Unbedenkliche Inhaltsstoffe

Die klassischen Basiszutaten vieler Stilltees sind in normalen Mengen (1-3 Tassen am Tag) auch in der Schwangerschaft sicher:

  • Anis, Fenchel, Kümmel: Diese Kräuter wirken beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt und helfen gegen Blähungen (was in der Schwangerschaft oft hilfreich ist). In den üblichen Tee-Dosierungen sind sie unbedenklich.

Warum Stilltee in der Schwangerschaft meist "unnötig" ist

Ein Stilltee hat das Ziel, die Prolaktinbildung (das milchbildende Hormon) anzuregen. Während der Schwangerschaft bereitet sich der Körper von ganz allein durch Hormone auf das Stillen vor. Ein vorzeitiges "Ankurbeln" ist physiologisch gesehen nicht notwendig und bringt keinen Vorteil für die spätere Milchmenge.

Empfehlung

  1. Zutatenliste checken: Wenn kein Eisenkraut enthalten ist, ist der Tee meist unbedenklich.
  2. Maß halten: 1-2 Tassen am Tag sind in der Regel völlig in Ordnung. Literweise sollte man Stilltee (wegen der ätherischen Öle) in der Schwangerschaft jedoch nicht trinken.
  3. Alternativen nutzen: Wenn du etwas Gutes für die Schwangerschaft tun willst, greife lieber zu speziellen Schwangerschaftstees. Diese sind meist auf Basis von Frauenmantel, Brennnessel oder Zitronenmelisse gemischt und genau auf die Bedürfnisse der werdenden Mutter abgestimmt.
  4. Rücksprache: Frage deine Hebamme. Sie kennt die gängigen Marken und weiß, welche Mischungen unbedenklich sind.

Fazit: Einmal eine Tasse mitzutrinken ist kein Grund zur Sorge. Als tägliches Getränk über die gesamte Schwangerschaft ist ein spezieller Schwangerschaftstee oder ein einfacher Fenchel-Anis-Kümmel-Tee (ohne milchtreibende Zusätze wie Eisenkraut) die sicherere Wahl.