Wie viele Tassen Stilltee am Tag werden maximal empfohlen?
Experten und Hebammen empfehlen in der Regel eine Menge von 2 bis 3 Tassen Stilltee pro Tag.
Hier sind die wichtigsten Gründe, warum man diese Menge nicht dauerhaft überschreiten sollte:
1. Die Inhaltsstoffe (Fenchel, Anis, Kümmel)
Die meisten Stilltees basieren auf dieser Kräutermischung. Diese Kräuter enthalten ätherische Öle sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Estragol und Methyleugenol. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät dazu, fenchelhaltige Tees maßvoll zu genießen, da diese Stoffe in sehr hohen Konzentrationen in Tierversuchen gesundheitsbedenklich waren. Auch wenn die Mengen im Tee gering sind, gilt: Die Dosis macht das Gift.
2. Paradoxe Wirkung
Während eine moderate Menge Stilltee die Verdauung fördert und Blähungen beim Baby lindern kann, kann ein Übermaß genau das Gegenteil bewirken. Zu viel Stilltee kann bei empfindlichen Babys zu Bauchschmerzen oder Unruhe führen.
3. Wirkung auf die Milchbildung
Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass „viel Stilltee auch viel Milch“ bedeutet. Die Milchproduktion wird primär durch das Häufige Anlegen (Angebot und Nachfrage) gesteuert. Stilltee kann unterstützend wirken (auch durch die entspannende Wirkung des Rituals), aber zu viel Flüssigkeit (über den Durst hinaus) kann die Milchproduktion theoretisch sogar hemmen, da sie das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen kann.
4. Abwechslung ist wichtig
Es ist besser, den Flüssigkeitsbedarf (ca. 2–2,5 Liter am Tag) durch eine Mischung aus verschiedenen Getränken zu decken:
- Stilles Wasser
- Dünne Saftschorlen
- Andere Kräutertees (z. B. Melisse oder Hagebutte)
- Wichtig: Meiden Sie in großen Mengen Salbei- und Pfefferminztee, da diese die Milchbildung hemmen können.
Besonderheit: Bockshornklee
Falls Ihr Stilltee Bockshornkleesamen enthält (oft in speziellen Tees zur starken Anregung der Milchbildung), sollten Sie sich genau an die Packungsbeilage oder die Empfehlung Ihrer Hebamme halten, da dieser Wirkstoff deutlich potenter ist als Fenchel oder Anis.
Fazit: Mit 3 Tassen über den Tag verteilt sind Sie auf der sicheren Seite. Wenn Sie das Gefühl haben, zu wenig Milch zu haben, ist die Rücksprache mit einer Hebamme oder Stillberaterin effektiver als die Erhöhung der Teemenge.