Aus welchen Rebsorten wird Weißwein typischerweise gewonnen?

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Weißwein wird aus einer Vielzahl von Rebsorten gewonnen, die weltweit angebaut werden. Man kann sie grob in internationale „Weltstars“ und regional bedeutende Sorten unterteilen.

Hier sind die typischsten und bekanntesten Rebsorten für Weißwein:

1. Die „Großen Drei“ (Weltweit am bekanntesten)

  • Chardonnay: Die wohl vielseitigste Rebe. Sie stammt aus dem Burgund (Frankreich), wächst aber fast überall. Der Geschmack reicht von frisch und zitrusartig bis hin zu buttrig und cremig (besonders wenn er im Holzfass, dem Barrique, ausgebaut wird).
  • Riesling: Die „Königin der weißen Reben“, besonders in Deutschland und Österreich wichtig. Riesling ist bekannt für seine hohe Säure, seine Mineralität und Aromen von Pfirsich, Apfel und Aprikose. Er kann von knochentrocken bis edelsüß alles sein.
  • Sauvignon Blanc: Bekannt für seine sehr frischen, „grünen“ Aromen. Typisch sind Noten von frisch geschnittenem Gras, Stachelbeere, grünem Paprika oder tropischen Früchten. Besonders berühmt sind Weine aus der Loire (Sancerre) und aus Neuseeland.

2. Wichtige Sorten im deutschsprachigen Raum

  • Grauburgunder (Pinot Grigio / Pinot Gris): Liefert meist körperreiche, eher säurearme Weine mit Noten von Nüssen, Mandeln und Birnen.
  • Weißburgunder (Pinot Blanc): Ein eleganter, dezenter Wein mit feiner Apfelfrucht, der sehr gut zum Essen passt.
  • Müller-Thurgau (Rivaner): Eine unkomplizierte Sorte, die oft blumig und leicht muskatartig schmeckt. Lange Zeit die meistangebaute Sorte Deutschlands.
  • Silvaner: Besonders in Franken geschätzt. Er ist eher erdig und neutraler in der Frucht, was ihn zu einem hervorragenden Begleiter zu Spargel macht.
  • Grüner Veltliner: Die wichtigste Rebsorte Österreichs. Typisch ist das „Pfefferl“ (eine würzige Pfeffernote) kombiniert mit Frische und Frucht.

3. Aromatische Rebsorten (Bouquet-Sorten)

Diese Weine erkennt man sofort am intensiven Duft:

  • Gewürztraminer: Riecht extrem stark nach Rosenblättern, Litschi und Gewürzen.
  • Gelber Muskateller: Schmeckt und riecht intensiv nach frischen Weintrauben und Holunderblüten.
  • Scheurebe: Oft mit Aromen von schwarzer Johannisbeere (Cassis) und Grapefruit.

4. Weitere internationale Spezialitäten

  • Chenin Blanc: Besonders wichtig in Südafrika und an der Loire.
  • Viognier: Bekannt für sein Aroma von Aprikosen und Blüten (vor allem aus dem Rhonetal).
  • Trebbiano: Eine der am häufigsten angebauten Sorten in Italien (oft für Massenweine oder Cognac/Essig verwendet).
  • Airén: Eine spanische Sorte, die flächenmäßig zu den meistangebauten Weißweinreben der Welt gehört.

Besonderheit: "Blanc de Noirs"

Es ist wichtig zu wissen, dass man Weißwein auch aus roten Trauben gewinnen kann. Da die Farbstoffe fast nur in der Schale sitzen, erhält man einen hellen Wein (einen „Blanc de Noirs“), wenn man die dunklen Trauben sehr schnell presst und den Saft ohne Schalen vergärt. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Champagner, der oft zu großen Teilen aus der roten Sorte Pinot Noir (Spätburgunder) besteht.