Warum ist Weißwein für Menschen mit einer Histaminintoleranz oft problematisch?

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Obwohl Rotwein oft als der „Hauptübeltäter“ bei Histaminintoleranz gilt, bereitet auch Weißwein vielen Betroffenen erhebliche Probleme. Das liegt an einer Kombination aus verschiedenen Faktoren, die über den reinen Histamingehalt hinausgehen.

Hier sind die Hauptgründe, warum Weißwein für Menschen mit Histaminintoleranz problematisch ist:

1. Alkohol als DAO-Hemmer

Das ist der wichtigste Punkt: Alkohol blockiert das Enzym DAO (Diaminoxidase), das im Körper für den Abbau von Histamin zuständig ist.

  • Selbst wenn ein Weißwein nur wenig Histamin enthält, sorgt der Alkohol dafür, dass das Histamin, das Sie zeitgleich essen (z. B. Käse oder Fisch), nicht mehr abgebaut werden kann.
  • Zusätzlich macht Alkohol die Darmwand durchlässiger, sodass Histamin schneller und in größeren Mengen ins Blut gelangt.

2. Andere biogene Amine

Weißwein enthält neben Histamin oft andere biogene Amine wie Tyramin oder Putrescin.

  • Diese Stoffe nutzen dieselben Abbauwege wie Histamin. Das Enzym DAO ist dann mit dem Abbau dieser anderen Amine beschäftigt, wodurch das Histamin „in der Warteschleife“ landet und Symptome verursacht.

3. Der Schwefelgehalt (Sulfite)

Weißweine werden in der Regel stärker geschwefelt als Rotweine, um sie haltbar zu machen und die helle Farbe sowie Frische zu bewahren.

  • Sulfite können bei empfindlichen Personen Reaktionen auslösen, die einer Histaminintoleranz sehr ähnlich sind (Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Hautrötungen).
  • Zudem können Sulfite den Histaminabbau indirekt stören.

4. Die Säure

Weißweine haben oft einen höheren Säuregehalt als Rotweine.

  • Säure kann die Magenschleimhaut reizen und die Freisetzung von körpereigenem Histamin fördern (sogenannte Histaminliberatoren).

5. Herstellung und Reifung

Obwohl Weißwein ohne Schalen vergoren wird (wo die meisten Histamine sitzen), können bei der Gärung durch bestimmte Hefestämme Histamine entstehen.

  • Wenn der Wein lange auf der Hefe liegt oder unsauber gearbeitet wurde, steigt der Histamingehalt.
  • Manche Weißweine durchlaufen zudem einen biologischen Säureabbau (Malolaktische Gärung), bei dem Bakterien Histamin produzieren können.

Zusammenfassung: Warum reagiert man auf Weißwein?

Meist ist es ein Zusammenspiel aus Alkohol (Blockade des Abbaus), Sulfiten und der individuellen Histamin-Gesamtmenge im Körper.

Tipps für Betroffene:

  • Histamingeprüfte Weine: Es gibt Winzer, die spezielle Weine mit einem Histamingehalt von unter 0,1 mg/l anbieten.
  • Frische Weine bevorzugen: Lange gelagerte oder im Barrique ausgebaute Weine haben oft mehr Histamin.
  • Viel Wasser trinken: Zu jedem Glas Wein ein großes Glas Wasser trinken, um die Konzentration im Darm zu verdünnen.
  • Zusatzstoffe meiden: Trockene Weine sind meist verträglicher als liebliche, da weniger Zucker und oft weniger Schwefel enthalten ist.
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