Wie kann ich den Google Tag Manager in einer mobilen App integrieren?
- Einführung
- Grundlagen der Integration
- Integration in eine Android-App
- Integration in eine iOS-App
- Verwendung des Data Layers
- Wichtige Hinweise und Best Practices
- Fazit
Einführung
Der Google Tag Manager (GTM) ist ein leistungsstarkes Tool, das es ermöglicht, verschiedene Tracking- und Marketing-Tags zentral und ohne Anpassung des Quellcodes zu verwalten. Während der GTM vor allem im Web verwendet wird, lässt er sich auch in mobile Applikationen integrieren, um Events, Nutzerinteraktionen und andere wichtige Daten zu erfassen.
Grundlagen der Integration
Für mobile Apps stellt Google den sogenannten Google Tag Manager SDK bereit, der speziell für Android und iOS ausgelegt ist. Diese SDKs fungieren als Container, in denen man Tags konfigurieren kann, ohne die App erneut neu zu veröffentlichen. Im Gegensatz zur Web-Variante benötigt man für die mobile Integration eine etwas andere Herangehensweise, da keine direkten JavaScript-Tags verwendet werden, sondern native Bibliotheken.
Integration in eine Android-App
Für Android muss zunächst das GTM SDK in das Projekt eingebunden werden. Dies geschieht über die Einbindung der entsprechenden Abhängigkeit in der build.gradle-Datei, typischerweise wie folgt:
implementation com.google.android.gms:play-services-tagmanager:17.0.0Nach dem Hinzufügen der Abhängigkeit kann der Google Tag Manager im Code verwendet werden. Zunächst lädt man den Container, welcher in der Google Tag Manager Oberfläche definiert wurde, typischerweise über die TagManager-Klasse. Die Container-Konfigurationsdatei (JSON) kann entweder im Projekt eingebunden oder über das Netzwerk geladen werden.
Danach können Tracking-Events mittels des Data Layer an GTM gesendet werden. Der Data Layer ist eine Java-Map oder ein Bundle, das Ereignisse und Parameter enthält, die der GTM verarbeitet. Diese Events können dann beispielsweise an Google Analytics weitergeleitet oder für andere Tags genutzt werden.
Integration in eine iOS-App
Auch auf iOS erfolgt die Einbindung über ein offizielles SDK. Hierfür verwendet man CocoaPods oder Swift Package Manager, um das Google Tag Manager SDK zu installieren. Das Podfile enthält dann etwa:
pod GoogleTagManagerNach der Installation wird der GTM-Container in der App geladen, meist in der AppDelegate-Datei mittels des TAGContainerOpener. Ebenso wie bei Android erfolgt der Datentransfer über den Data Layer, bei dem NSDictionary oder Swift-Dictionaries verwendet werden können, um Events und Parameter zu übergeben.
Verwendung des Data Layers
Der Data Layer ist der zentrale Mechanismus zur Kommunikation zwischen der App und dem Google Tag Manager. Man fügt Events und Ereignisdaten hinzu, damit die hinterlegten Tags diese auslesen und entsprechende Aktionen ausführen können. Beispielsweise kann man ein Ereignis wie Kauf abgeschlossen senden, indem man ein Event mit Parametern wie Warenkorbwert und Produktdetails an den Data Layer übergibt. Die Konfiguration in der Google Tag Manager Oberfläche bestimmt dann, wie diese Events verarbeitet werden.
Wichtige Hinweise und Best Practices
Es ist wichtig, den Google Tag Manager Container regelmäßig zu aktualisieren, um neue Tags und Trigger ohne App-Updates einzuspielen. Dies ermöglicht agiles Tag-Management. Außerdem sollten datenschutzrechtliche Aspekte, insbesondere in Bezug auf die DSGVO, beachtet werden. Das bedeutet, dass das Tracking erst nach ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers aktiviert werden sollte und nur notwendige Daten erfasst werden dürfen.
Zusätzlich empfiehlt es sich, die App regelmäßig zu testen, um sicherzustellen, dass alle Events korrekt übermittelt und die Tags ordnungsgemäß ausgelöst werden. Die Nutzung von Debugging-Tools und das Überprüfen der Echtzeit-Daten innerhalb der Google Tag Manager Plattform sind hierfür hilfreich.
Fazit
Die Integration des Google Tag Managers in mobile Apps bietet eine flexible Möglichkeit, Nutzerinteraktionen und Events zu tracken, ohne ständig die App selbst neu ausliefern zu müssen. Durch die Verwendung der offiziellen SDKs für Android und iOS, das Konfigurieren des Containers und das Verwenden des Data Layers lassen sich umfassende Analysen und Marketingmaßnahmen umsetzen. Wichtig sind dabei eine saubere technische Implementierung sowie die Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben.
