Woran erkennt man die Sicherheitszertifizierung (z. B. DIN oder SKG) eines Zylinders?
Die Sicherheitszertifizierung eines Schließzylinders lässt sich an verschiedenen Prägungen, Logos und Kennzeichnungen direkt auf dem Zylinder oder auf der dazugehörigen Sicherungskarte erkennen.
Hier sind die wichtigsten Merkmale für die gängigsten Zertifizierungen (DIN, SKG und VdS):
1. SKG-Zertifizierung (Niederländischer Standard, sehr verbreitet)
Das SKG-Siegel ist eines der am leichtesten erkennbaren Symbole. Es besteht aus einem Haus-Symbol mit dem Schriftzug „SKG“. Das wichtigste Merkmal sind die Sterne:
- *SKG (1 Stern):** Standard-Einbruchschutz (muss in Kombination mit anderen gesicherten Beschlägen verwendet werden).
- SKG (2 Sterne):** Starker Einbruchschutz (hält einem Einbruchsversuch mit einfachem Werkzeug mindestens 3 Minuten stand).
- **SKG* (3 Sterne): Höchster Einbruchschutz (bietet zusätzlich Schutz gegen Kernziehen und hält mindestens 5 Minuten stand).
- Wo zu finden? Meist direkt auf der Stirnseite des Zylinders (neben dem Schlüsselloch) oder an der Seite des Zylindergehäuses eingraviert.
2. DIN-Zertifizierung (DIN 18252 / EN 1303)
In Deutschland ist die DIN 18252 die maßgebliche Norm. Da Schließzylinder oft nach der europäischen Norm EN 1303 geprüft werden, findet man häufig beide Bezeichnungen.
- Das Prüfzeichen: Achten Sie auf das stilisierte DIN-Logo (die Buchstaben D-I-N in einem Kreis oder Quadrat).
- Die Klassifizierung: Oft steht daneben eine Zahlenfolge. Für die Sicherheit relevant ist meist die Einteilung in Klassen:
- Klasse 1 (BZ): Standard.
- Klasse 2 (BZ): Erhöhter Schutz.
- Klasse 3 (BZ): Hoher Schutz (mit Bohrschutz).
- Wo zu finden? Meist auf dem Zylindersteg (der schmale Teil in der Mitte, wo die Schraube sitzt) oder auf der Seite des Gehäuses.
3. VdS-Zertifizierung (Vertrauen durch Sicherheit)
Dies ist die wichtigste Zertifizierung für deutsche Sachversicherer. VdS-geprüfte Zylinder haben sehr strenge Auflagen.
- Das Logo: Ein stilisiertes VdS in einem Rahmen.
- Die Klassen:
- VdS A: Für Haushalte (Standard).
- VdS B: Erhöhter Schutz (für Gewerbe oder gehobene Privathaushalte).
- VdS BZ+: Höchster Schutz inklusive zertifiziertem Ziehschutz.
- Wo zu finden? VdS-Logos sind oft sehr dezent auf der Stirnseite oder dem Gehäuse eingeprägt. Oft ist auch eine Anerkennungsnummer (z. B. M 123456) angegeben.
4. Weitere Merkmale am Zylinder selbst
Wenn keine Logos sichtbar sind (z. B. bei sehr alten Modellen), helfen technische Merkmale:
- Bohrschutz: Sichtbar durch gehärtete Stahlstifte oder eine Stahlplatte vor dem ersten Kernstift.
- Ziehschutz: Ein massiver Steg aus Stahl oder eine Verstärkung im Gehäuse, die das „Knacken“ des Zylinders verhindert.
- Sicherungskarte: Bei hochwertigen Zylindern liegt eine Plastikkarte im Kreditkartenformat bei. Dort stehen die Zertifizierungen (VdS, SKG) meist explizit aufgedruckt.
Zusammenfassung: Wo genau muss man schauen?
- Stirnseite (Front): Direkt neben dem Schlüsselloch schauen (hier sind meist SKG-Sterne oder VdS-Logos).
- Zylindergehäuse (Seite): Den Zylinder ausbauen. Auf den Seitenflächen sind oft DIN-Nummern oder Herstellersiegel eingraviert.
- Sicherungskarte/Verpackung: Hier finden sich die ausführlichen technischen Daten und Prüfzeugnisse.
Wichtiger Hinweis: Wenn ein Zylinder gar keine Einprägung (Logo oder Sterne) aufweist, handelt es sich meist um ein einfaches Baumarkt-Modell ohne nennenswerte Sicherheitszertifizierung. Solche Zylinder lassen sich oft in Sekunden durch „Picking“ oder „Schlagschlüssel“ öffnen.