Welche europäischen Normen (z. B. DIN EN 166) muss eine Schutzbrille erfüllen?

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Schutzbrillen müssen in Europa strengen Sicherheitsanforderungen entsprechen, um als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zugelassen zu werden. Die zentrale Norm ist die DIN EN 166, aber je nach Einsatzbereich kommen weitere spezifische Normen hinzu.

Hier ist eine Übersicht der wichtigsten europäischen Normen für Augenschutz:

1. Die Grundnorm: DIN EN 166

Die DIN EN 166 ist die allgemeine Grundnorm für den persönlichen Augenschutz. Sie legt die grundlegenden Anforderungen fest, die jede Schutzbrille erfüllen muss. Dazu gehören:

  • Optische Güte: Einteilung in optische Klassen (Klasse 1 für Dauergebrauch, Klasse 3 nur für kurze Ausnahmefälle).
  • Mechanische Festigkeit: Widerstandsfähigkeit gegen Stoßbelastungen (gekennzeichnet durch Buchstaben wie S, F, B oder A).
  • Tragekomfort und Kennzeichnung: Anforderungen an das Gestell und die Sichtscheiben.

Zusätzlich zur EN 166 gibt es zwei Normen, die die Prüfverfahren definieren:

  • DIN EN 167: Optische Prüfmethoden.
  • DIN EN 168: Nicht-optische Prüfmethoden (z. B. Entflammbarkeit, chemische Beständigkeit).

2. Normen für spezifische Filter (Sichtscheiben)

Je nachdem, wovor die Brille schützen soll (UV-Licht, Laser, Schweißlicht), greifen ergänzende Normen:

  • DIN EN 169: Filter für das Schweißen und verwandte Techniken.
  • DIN EN 170: Ultraviolett-Schutzfilter (UV-Schutz).
  • DIN EN 171: Infrarot-Schutzfilter (Wärmeschutz).
  • DIN EN 172: Sonnenschutzfilter für den betrieblichen Gebrauch (Industrie-Sonnenschutz).
  • DIN EN 175: Anforderungen an den Augen- und Gesichtsschutz beim Schweißen (Schweißerschirme/-helme).

3. Normen für Laserschutz

Da Laserstrahlung extrem gefährlich für das Auge ist, gibt es hierfür spezialisierte Normen:

  • DIN EN 207: Vollschutzbrillen gegen Laserstrahlung.
  • DIN EN 208: Laser-Justierbrillen (Schutz bei Einstellungsarbeiten am Laser).

4. Kennzeichnung auf der Brille (Woran erkennt man die Norm?)

Jede Schutzbrille muss dauerhaft gekennzeichnet sein. Typische Markierungen auf dem Bügel oder der Scheibe sind:

  • Mechanische Festigkeit (Symbole):
    • Ohne Symbol: Mindestfestigkeit.
    • S: Erhöhte Festigkeit (Stahlkugel mit 22 mm, 5,1 m/s).
    • F: Stoß mit niedriger Energie (Stahlkugel mit 6 mm, 45 m/s).
    • B: Stoß mit mittlerer Energie (120 m/s).
    • A: Stoß mit hoher Energie (190 m/s).
  • Einsatzbereiche (Zahlen):
    • 3: Flüssigkeiten (Tropfen oder Spritzer).
    • 4: Grober Staub.
    • 5: Gas und feiner Staub.
    • 8: Störlichtbogen (bei Elektroarbeiten).
    • 9: Schmelzmetall und heiße Festkörper.

Zusammenfassung: Was muss eine Brille haben?

  1. CE-Kennzeichnung: Pflicht für den Verkauf in der EU.
  2. DIN EN 166: Muss auf dem Gestell und der Scheibe eingraviert/aufgedruckt sein.
  3. Optische Klasse: Meistens die "1" für ermüdungsfreies Arbeiten.
  4. Herstellerlogo: Zur Identifikation des Produzenten.

Hinweis: In der Industrie und im Handwerk ist der Arbeitgeber verpflichtet, PSA bereitzustellen, die genau auf die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes zugeschnitten ist (z. B. muss eine Brille für Schleifarbeiten die Kennzeichnung "F" oder "B" tragen).