Gibt es standardisierte DIN-Normen für die in Sortimenten enthaltenen Dichtungsring-Größen?

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Die kurze Antwort lautet: Nein, es gibt keine spezifische DIN-Norm, die festlegt, welche Größen zwingend in einem „Sortiment“ enthalten sein müssen.

Allerdings basieren die in den Sortimenten enthaltenen einzelnen Dichtringe fast immer auf bestehenden Normen. Die Hersteller von Sortimentskästen stellen diese so zusammen, dass sie die gängigsten Anwendungsfälle abdecken.

Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung, welche Normen für die Inhalte von Dichtungsring-Sortimenten relevant sind:

1. O-Ringe (Die häufigsten Sortimente)

O-Ringe werden heute primär nach der internationalen Norm ISO 3601 (die die alte DIN 3771 ersetzt hat) gefertigt.

  • Was genormt ist: Die Innendurchmesser, die Schnurstärken (Dicke des Rings) und die Toleranzen.
  • In Sortimenten: Ein typisches „metrisches Sortiment“ enthält meist Abstufungen, die sich an der ISO 3601 orientieren (z. B. Schnurstärken von 1,5 mm, 2,0 mm, 2,5 mm, 3,0 mm).
  • Zoll-Sortimente: Diese folgen oft dem US-Standard AS 568. Da viele Maschinen aus dem angelsächsischen Raum stammen, gibt es hierfür eigene Sortimentskästen.

2. Flachdichtungen / Dichtringe für Verschraubungen (Kupfer, Alu, Fiber)

Wenn Sie Sortimente mit Metallringen (z. B. für Ölablassschrauben) kaufen, basieren diese fast immer auf der DIN 7603.

  • DIN 7603 Form A: Flache Dichtringe (am häufigsten in Sortimenten).
  • DIN 7603 Form C: Fülldichtringe (meist Kupfer mit Einlage).
  • In diesen Kästen finden Sie standardisierte Maße wie 10x14, 12x16, 14x18 mm usw.

3. Sanitär-Dichtungen

Sortimente für den Sanitärbereich (Hahnlauffett, Armaturen) orientieren sich oft an der DIN EN 681 (Werkstoffe für Dichtungen in der Wasserversorgung) oder an spezifischen Maßen für Überwurfmuttern (z. B. 3/8 Zoll, 1/2 Zoll, 3/4 Zoll), die wiederum auf der Gewindenorm DIN EN ISO 228 basieren.

Warum gibt es keine „Sortiment-Norm“?

Ein Sortiment ist ein kommerzielles Produkt. Ein KFZ-Mechaniker benötigt andere Größen als ein Heizungsmonteur oder ein Hydraulik-Spezialist. Daher stellen Hersteller wie Würth, Berner oder diverse Baumarkt-Marken ihre Sets nach „Marktgängigkeit“ zusammen.

Worauf sollten Sie beim Kauf eines Sortiments achten?

Da die Zusammenstellung nicht genormt ist, sollten Sie auf folgende technische Angaben achten, die auf Normen basieren:

  1. Material:
    • NBR (Nitrilkautschuk): Standard für Öl und Kraftstoffe (meist bis 100°C).
    • EPDM: Gut für Heißwasser und Bremsflüssigkeit (nicht ölbeständig!).
    • FKM/Viton: Hochtemperatur- und chemikalienbeständig.
  2. Härte (Shore-Härte): Meist ist 70 Shore A der Standard in Sortimenten. Für Hochdruckanwendungen (Hydraulik) braucht man oft 80 oder 90 Shore.
  3. Maßhaltigkeit: Achten Sie darauf, dass der Hersteller angibt, dass die Ringe nach ISO 3601 gefertigt sind. Billig-Sortimente haben oft hohe Toleranzen und dichten daher schlecht ab.

Fazit: Die Zusammenstellung ist dem Hersteller überlassen, aber die Inhalte sollten im Idealfall der ISO 3601 (O-Ringe) oder DIN 7603 (Metall-Flachdichtungen) entsprechen.