Woher hat das Gebäck den Namen „Windbeutel“?
Der Name „Windbeutel“ leitet sich von der besonderen Beschaffenheit des Gebäcks ab. Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe für diese Bezeichnung:
1. Die Luftigkeit (Physik des Backens)
Der Hauptgrund ist die Leichtigkeit des Gebäcks. Windbeutel bestehen aus Brandteig. Dieser Teig hat einen hohen Feuchtigkeitsanteil. Beim Backen verdampft das Wasser, und der Dampf drückt den Teig nach außen. Da der Teig durch die enthaltenen Eier jedoch fest wird, bevor der Dampf entweichen kann, entstehen im Inneren große Hohlräume.
Das Gebäck ist also – im wahrsten Sinne des Wortes – „voller Luft“ bzw. „voller Wind“. Ein Windbeutel wiegt fast nichts und besteht hauptsächlich aus einer dünnen Teighülle und dem darin eingeschlossenen Hohlraum (der erst später mit Sahne gefüllt wird).
2. Die metaphorische Bedeutung (Der „Aufschneider“)
Im 18. Jahrhundert, als der Begriff im Deutschen gebräuchlich wurde, bezeichnete man mit „Windbeutel“ (oder auch „Windmacher“) abfällig eine Person, die viel redet, aber nichts dahinter hat – einen Prahler oder Aufschneider.
Man übertrug diesen Begriff auf das Gebäck, weil es von außen groß und voluminös aussieht, im Inneren aber hohl und „leer“ ist. Ein Windbeutel verspricht also optisch mehr Masse, als er (rein vom Teig her) tatsächlich besitzt.
Zusammenfassung
Der Name ist eine Kombination aus der luftigen Konsistenz und der humorvollen Anspielung darauf, dass das Gebäck eigentlich nur aus einer „Hülle voll Wind“ besteht.
Interessanter Fakt: Im Französischen heißt der Windbeutel übrigens „Chou“ (Kohlkopf), weil die unregelmäßige Form der gebackenen Kugeln an kleine Kohlköpfe erinnert.