Warum wird das Gebäck in Berlin selbst als „Pfannkuchen“ und nicht als „Berliner“ bezeichnet?

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Dass das Gebäck in Berlin „Pfannkuchen“ heißt (während es im Rest Deutschlands meist „Berliner“ genannt wird), hat historische und sprachlogische Gründe. Hier ist die Erklärung für dieses kulinarische Namens-Wirrwarr:

1. Der vollständige Name: „Berliner Pfannkuchen“

Ursprünglich hieß das Gebäck im gesamten deutschsprachigen Raum „Berliner Pfannkuchen“. Das Wort „Pfannkuchen“ beschrieb die Herstellungsweise: Das Hefegebäck wurde früher mangels Friteusen in der Pfanne (in heißem Schmalz) herausgebacken.

2. Die geografische Abkürzung (Ellipsenbildung)

Wenn ein Produkt nach einer Stadt benannt ist, kürzen die Menschen den Namen unterschiedlich ab, je nachdem, wo sie sich befinden:

  • Außerhalb von Berlin: Um zu betonen, dass es sich um die Spezialität aus Berlin handelt, ließ man das Wort „Pfannkuchen“ weg und sagte einfach: „Ich hätte gerne einen Berliner.“
  • Innerhalb von Berlin: Hier wusste jeder, dass man in Berlin ist. Die Herkunftsbezeichnung „Berliner“ war also überflüssig. Deshalb ließen die Berliner das Adjektiv weg und behielten den eigentlichen Namen des Gebäcks bei: „Pfannkuchen“.

Man kann das mit dem „Wiener Würstchen“ vergleichen: In Deutschland bestellt man „Wiener“, in Wien selbst heißen sie jedoch „Frankfurter“.

3. Was ist dann ein „echter“ Pfannkuchen?

Das führt in Berlin oft zu Verwirrung bei Touristen. Wenn man in Berlin das meint, was man im Rest Deutschlands unter einem flachen Eier-Mehl-Speise aus der Pfanne versteht (Pancake/Crêpe), muss man in Berlin einen „Eierkuchen“ bestellen.

4. Die Legende vom Berliner Feldbäcker

Es gibt eine populäre (aber historisch nicht zweifelsfrei belegte) Legende, die den Namen untermauert: Ein Berliner Zuckerbäcker wollte 1756 unter Friedrich dem Großen als Kanonier dienen, wurde aber für untauglich befunden. Er durfte jedoch als Feldbäcker beim Regiment bleiben. Zum Dank schuf er Hefeteigstücke in Form von Kanonenkugeln. Da er keinen Backofen hatte, buk er sie in Pfannen über offenem Feuer in heißem Fett aus. So entstanden die „Berliner Pfannkuchen“.

Zusammenfassung der regionalen Begriffe:

  • Berlin: Pfannkuchen (für das gefüllte Gebäck), Eierkuchen (für das Flache).
  • Großteil Deutschlands: Berliner.
  • Süddeutschland/Österreich: Krapfen.
  • Hessen/Rheinland: Kreppel / Kräppel.
  • Sachsen/Leipzig: Manchmal auch „Prilleken“ (wobei das oft ungefüllte Varianten sind).