Wie wird die geschlechtergerechte Sprache (Gendern) bei der Bezeichnung „Radler“ für Radfahrer korrekt umgesetzt?
Bei der Bezeichnung „Radler“ gibt es verschiedene Möglichkeiten, geschlechtergerecht zu formulieren. Welche Variante die „korrekte“ ist, hängt oft vom Kontext (amtlich, journalistisch, kreativ) und dem gewünschten Grad der Inklusivität ab.
Hier sind die gängigsten Umsetzungsmöglichkeiten:
1. Die Paarform (Beidnennung)
Dies ist die klassische, sehr gut lesbare Variante. Sie nennt die weibliche und die männliche Form explizit.
- Beispiel: „Radlerinnen und Radler“
- Eignung: Ideal für förmliche Briefe oder Reden.
2. Gender-Sonderzeichen (Inklusiv)
Diese Formen schließen auch nicht-binäre Personen mit ein. Sie sind in vielen modernen Medien, Universitäten und Stadtverwaltungen üblich.
- Gendersternchen: Radler*innen
- Doppelpunkt: Radler:innen (gilt als besonders barrierefrei für Screenreader)
- Unterstrich: Radler_innen
- Eignung: Wenn maximale Inklusivität gewünscht ist.
3. Geschlechtsneutrale Umformulierungen (Partizip-Form)
Hierbei wird das Substantiv durch eine Form ersetzt, die kein grammatikalisches Geschlecht (Genus) mehr trägt.
- Die Radelnden (statt „die Radler“)
- Radfahrende (dies ist im amtlichen Bereich oft die bevorzugte Wahl)
- Eignung: Sehr sachlich, gut für offizielle Dokumente oder Schilder.
4. Kreative oder sächliche Bezeichnungen
Manchmal lässt sich das Wort ganz umgehen, um den Text flüssiger zu gestalten:
- Personen auf dem Rad
- Fahrradbegeisterte
- Wer mit dem Rad kommt...
- Radverkehr (statt „Radler“ als Gruppe)
Ein wichtiger Hinweis zur Verwechslungsgefahr:
Im Gegensatz zum „Radfahrer“ (der Tätigkeit) bezeichnet „das Radler“ auch das Mischgetränk aus Bier und Limonade. Da das Getränk ein Neutrum ist (das Radler), wird es nicht gegendert.
- Richtig: „Die Radelnden tranken nach der Tour ein Radler.“
Zusammenfassung: Was sollte man wählen?
- Offiziell/Amtlich: „Radfahrende“ oder „Radlerinnen und Radler“.
- Modern/Inklusiv: „Radler*innen“ oder „Radler:innen“.
- Umgangssprachlich: Hier bleibt es oft beim „Radler“ (generisches Maskulinum), allerdings setzt sich auch hier „Radlerinnen und Radler“ immer mehr durch.
Empfehlung: Wenn Sie eine Bezeichnung suchen, die sowohl kurz als auch korrekt und neutral ist, ist „Radfahrende“ meist die beste Wahl.