Wie stark belastet das Mikroplastik in manchen Duschgelen die Umwelt?

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Die Belastung der Umwelt durch Mikroplastik in Duschgelen und anderen Kosmetikprodukten ist ein ernstzunehmendes ökologisches Problem, auch wenn sich die Situation durch gesetzliche Neuregelungen derzeit wandelt.

Hier ist eine detaillierte Analyse, wie stark und auf welche Weise die Umwelt belastet wird:

1. Der Weg in die Umwelt

Mikroplastik in Duschgelen (z. B. als Peeling-Körner oder Trübungsmittel) ist „primäres Mikroplastik“. Das Problem: Es wird direkt für den Abfluss produziert.

  • Kläranlagen-Filter: Moderne Kläranlagen können zwar 90 % bis 99 % der Mikroplastikpartikel zurückhalten. Doch aufgrund der gewaltigen Mengen an Abwasser gelangen die restlichen Prozente dennoch in die Gewässer.
  • Klärschlamm: Die herausgefilterten Partikel landen im Klärschlamm. In vielen Regionen wird dieser als Dünger auf Felder ausgebracht. So gelangt das Mikroplastik in den Boden, ins Grundwasser und wird durch Wind weitergetragen.

2. Ökologische Auswirkungen auf die Tierwelt

In den Meeren und Flüssen richten die Partikel erheblichen Schaden an:

  • Nahrungsaufnahme: Kleinstlebewesen (Plankton), Muscheln und Fische verwechseln die Plastikpartikel mit Nahrung. Da Plastik unverdaulich ist, verstopft es den Verdauungstrakt, was zu Entzündungen, inneren Verletzungen oder zum Verhungern bei vollem Magen führen kann.
  • Anreicherung in der Nahrungskette: Über die Fische gelangt das Plastik in immer größere Lebewesen (Bioakkumulation) – und landet schließlich auch auf dem menschlichen Teller.

3. Die „Magnet-Wirkung“ für Schadstoffe

Mikroplastikpartikel wirken im Wasser wie kleine Magnete für Gifte.

  • Sie binden hydrophobe Schadstoffe aus der Umgebung an sich (z. B. Pestizide, DDT oder Polychlorierte Biphenyle).
  • Wenn ein Tier das Partikel frisst, nimmt es eine hochkonzentrierte Dosis dieser Giftstoffe auf, was das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen kann.

4. Das Problem der „flüssigen Kunststoffe“

Lange Zeit konzentrierte sich die Kritik nur auf feste Peeling-Körner. Viele Hersteller ersetzten diese durch flüssige, gelöste oder wachsartige synthetische Polymere (z. B. Acrylates Copolymer).

  • Diese gelten laut offizieller Definition oft nicht als „Mikroplastik“, sind aber für die Umwelt ähnlich problematisch, da sie oft schwer biologisch abbaubar sind und die Gewässer dauerhaft belasten.

5. Aktuelle rechtliche Lage (EU-Verbot)

Die Belastung durch Duschgele wird in Europa in den nächsten Jahren stark abnehmen:

  • EU-Verbot (seit Oktober 2023): Die Europäische Union hat den Verkauf von Produkten verboten, denen Mikroplastik absichtlich zugesetzt wurde.
  • Übergangsfristen: Für Mikroperlen in Peelings gilt das Verbot sofort. Für andere Funktionen (Trübungsmittel, Glitzer) gibt es Übergangsfristen von 4 bis 12 Jahren. Das bedeutet: In alten Lagerbeständen oder außerhalb der EU ist die Belastung nach wie vor hoch.

Wie erkennt man die Belastung beim Kauf?

Um die Umwelt nicht weiter zu belasten, lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffe (INCI). Vermeiden Sie Begriffe wie:

  • Polyethylene (PE)
  • Polypropylene (PP)
  • Polyethylene Terephthalate (PET)
  • Nylon
  • Acrylates Copolymer (flüssiges Plastik)

Fazit: Mikroplastik aus Duschgelen trägt zur schleichenden „Plastifizierung“ der Ozeane und Böden bei. Da es sich in der Natur praktisch nicht zersetzt, bleibt jedes Gramm, das heute den Abfluss hinuntergespült wird, für Jahrhunderte in der Umwelt. Die gute Nachricht ist, dass zertifizierte Naturkosmetik schon immer komplett auf diese Stoffe verzichtet.

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