Besteht bei Mineralwasser in Plastikflaschen das Risiko einer Belastung durch Mikroplastik?
Ja, wissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt, dass Mineralwasser in Plastikflaschen (meist aus PET – Polyethylenterephthalat) regelmäßig mit Mikroplastik belastet ist.
Hier sind die wichtigsten Fakten und Hintergründe dazu:
1. Woher kommt das Mikroplastik im Wasser?
Die Partikel gelangen auf verschiedenen Wegen in das Wasser:
- Abrieb der Flasche: Durch das Zusammendrücken der Flasche oder die Alterung des Materials lösen sich winzige Partikel von der Innenwand.
- Der Deckel: Ein Großteil der Partikel entsteht durch mechanischen Abrieb beim Auf- und Zuschrauben des Verschlusses.
- Der Abfüllprozess: Auch während der industriellen Reinigung und Abfüllung können Partikel in das Wasser gelangen.
2. Was sagen Studien aus?
Verschiedene Studien (u. a. von der University of New York oder dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher) haben deutliche Unterschiede festgestellt:
- Mehrweg- vs. Einwegflaschen: In Mehrwegflaschen aus Kunststoff wurden oft deutlich mehr Partikel gefunden als in Einwegflaschen. Das liegt vermutlich daran, dass die Flaschen viele Reinigungszyklen durchlaufen und das Material mit der Zeit stärker beansprucht wird.
- Vergleich zu Glas: In Glasflaschen findet man deutlich weniger Mikroplastik. Wenn dort Partikel gefunden werden, stammen diese meist aus der Reinigung der Flaschen oder von den Kunststoffdichtungen im Deckel.
3. Wie gefährlich ist es für die Gesundheit?
Dies ist der Punkt, an dem die Wissenschaft noch keine abschließende Antwort hat:
- WHO-Einschätzung: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte in einem Bericht, dass es bisher keine eindeutigen Beweise dafür gibt, dass die aktuell im Trinkwasser gefundenen Mengen an Mikroplastik ein ernsthaftes Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen.
- Aber: Forscher warnen vor möglichen Langzeitfolgen. Mikroplastik kann theoretisch Entzündungen im Gewebe auslösen oder als Transportmittel für Schadstoffe und Bakterien dienen. Zudem gibt es Diskussionen über Nanoplastik (noch kleinere Partikel), die potenziell in der Lage sind, die Darmbarriere zu passieren und in den Blutkreislauf zu gelangen.
4. Alternativen für Verbraucher
Wenn Sie die Aufnahme von Mikroplastik über das Trinkwasser minimieren möchten, gibt es zwei effektive Wege:
- Leitungswasser trinken: In Deutschland gehört Leitungswasser zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Es enthält in der Regel deutlich weniger Mikroplastik als Wasser aus Flaschen, da es direkt aus dem Boden oder über aufwendige Filtersysteme kommt und nicht in Kunststoff verpackt wird.
- Glasflaschen bevorzugen: Wenn es Mineralwasser sein soll, sind Glasflaschen die bessere Wahl, da sie keinen Abrieb von Kunststoffpartikeln aufweisen.
Fazit: Ein Risiko der Belastung besteht bei Plastikflaschen definitiv. Ob diese Belastung jedoch unmittelbar gesundheitsschädlich ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Wer vorsorglich handeln möchte, sollte auf Glasflaschen oder Leitungswasser umsteigen.