Warum ist die Entsorgung von Rasierschaum-Sprühdosen problematisch für die Umwelt?
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Die Entsorgung von Rasierschaum-Sprühdosen ist aus mehreren Gründen problematisch für die Umwelt. Dabei spielen sowohl die Verpackung als auch der Inhalt eine Rolle.
Hier sind die wichtigsten Faktoren im Detail:
1. Treibmittel und Klimabelastung
Obwohl die extrem ozonschädlichen FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) seit langem verboten sind, enthalten moderne Sprühdosen meist brennbare Gase wie Propan, Butan oder Isobutan als Treibmittel.
- VOC-Emissionen: Diese Gase gehören zu den flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Sie tragen in Bodennähe zur Bildung von Ozon (Sommersmog) bei.
- Treibhauseffekt: Auch wenn ihr Effekt geringer ist als der von FCKW, sind es dennoch fossile Gase, die die Erderwärmung fördern.
2. Ressourcenintensivität der Verpackung
Sprühdosen bestehen meist aus Aluminium oder Weißblech (verzinntem Stahl).
- Aluminiumherstellung: Die Gewinnung von Aluminium aus dem Erz Bauxit ist extrem energieaufwendig und führt oft zur Zerstörung von Regenwäldern. Zudem entsteht dabei giftiger Rotschlamm.
- Verbundmaterialien: Oft sind die Dosen innen beschichtet oder haben Plastikkappen und Sprühköpfe, was das Recycling aufwendiger macht als bei einfachen Monomaterialien.
3. Gefahr bei der Abfallentsorgung (Explosionsrisiko)
Sprühdosen stehen unter hohem Druck. Das macht sie im Abfallkreislauf gefährlich:
- Explosionsgefahr: Wenn Dosen nicht vollständig entleert im normalen Hausmüll landen, können sie in Müllwagen oder Sortieranlagen unter Druck platzen oder explodieren.
- Brandgefahr: Da die Treibmittel leicht entzündlich sind, lösen sie immer wieder Brände in Recyclingbetrieben aus, was die Anlagen beschädigt und giftige Dämpfe freisetzt.
4. Inhaltsstoffe des Schaums
Nicht nur die Dose, auch der Rasierschaum selbst kann problematisch sein:
- Schwer abbaubare Stoffe: Viele Produkte enthalten Tenside, synthetische Duftstoffe, Konservierungsmittel oder Silikone, die über das Abwasser in den Wasserkreislauf gelangen und für Wasserorganismen belastend sein können.
- Mikroplastik: In einigen Produkten werden flüssige Kunststoffe oder Polymere verwendet, um die Gleitfähigkeit zu erhöhen.
5. Fehlende Kreislaufführung
Viele Verbraucher entsorgen Sprühdosen falsch.
- Restmüll statt Recycling: Landet die Dose im Restmüll, gehen die wertvollen Metalle (Aluminium/Stahl) für das Recycling verloren und werden verbrannt oder deponiert.
- Gefahrgut: Eine Dose, die noch Reste von Schaum und Gas enthält, gilt rechtlich als Sondermüll und dürfte eigentlich gar nicht in die Gelbe Tonne.
Was kann man besser machen?
- Richtige Entsorgung: Nur vollständig entleerte Dosen (wenn kein „Zischen“ mehr zu hören ist) gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Dosen mit Restinhalt müssen zum Schadstoffmobil oder Wertstoffhof gebracht werden.
- Umweltfreundliche Alternativen:
- Rasierseife oder Rasiercreme: Diese kommen meist in Tiegeln, Pappschachteln oder Alutuben ohne Druckgas aus.
- Rasierpinsel: Die Verwendung eines Pinsels ersetzt das chemische Treibmittel durch mechanisches Aufschlagen mit Wasser – das spart Abfall und schont die Haut.
- Nachfüllsysteme: Es gibt mittlerweile auch wiederauffüllbare Sprühsysteme, die mit Druckluft statt Treibgas arbeiten.