Enthalten preiswerte Handwaschpasten Mikroplastik, das die Umwelt belastet?

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Die kurze Antwort lautet: Heutzutage enthalten die meisten preiswerten Handwaschpasten in Deutschland und der EU kein festes Mikroplastik mehr.

Früher wurden oft kleine Kunststoffkügelchen (meist Polyethylen) als Reibemittel eingesetzt, um hartnäckigen Schmutz wie Fett oder Öl abzurubbeln. Das hat sich jedoch in den letzten Jahren stark geändert.

Hier sind die Details, die man wissen sollte:

1. Der Wandel zu natürlichen Reibemitteln

Da Mikroplastik massiv in die Kritik geraten ist und die EU weitreichende Verbote für bewusst zugesetztes Mikroplastik erlassen hat, haben fast alle Hersteller – auch im Niedrigpreissegment – ihre Rezepturen umgestellt. Statt Plastik verwenden sie heute meist:

  • Holzmehl: Sehr häufig in günstigen Pasten zu finden.
  • Maiskolbenmehl: Ein gängiges Abfallprodukt aus der Landwirtschaft.
  • Walnussschalenschrot: Sehr effektiv und ökologisch unbedenklich.
  • Sand oder Kieselerde: Eher seltener, da diese die Abflüsse stärker verstopfen können.

2. "Flüssiges Mikroplastik" (Synthetische Polymere)

Während feste Plastikkügelchen (Microbeads) weitgehend verschwunden sind, nutzen manche Hersteller (auch bei teureren Produkten) weiterhin gelöste oder flüssige synthetische Polymere (z. B. Acrylates Copolymer).

  • Diese dienen als Verdickungsmittel oder Stabilisatoren.
  • Umweltproblem: Sie sind zwar technisch gesehen kein "Mikroplastik" im Sinne der festen Partikel, aber sie sind oft schwer biologisch abbaubar und belasten die Kläranlagen und Gewässer.
  • Umweltverbände wie der BUND oder Greenpeace kritisieren diese Stoffe ebenfalls stark.

3. Woran erkennt man Mikroplastik in der Liste (INCI)?

Wenn du sichergehen willst, schau auf die Inhaltsstoffe auf der Rückseite. Folgende Begriffe deuten auf Kunststoffe hin:

  • Polyethylene (PE)
  • Polypropylene (PP)
  • Polyurethane (PUR)
  • Acrylates Crosspolymer (flüssig/gelartig)
  • Carbomer (synthetisches Polymer)

4. Sind preiswerte Pasten schlechter?

Nicht unbedingt. Viele Discounter-Eigenmarken (z. B. von Aldi, Lidl oder dm) haben mittlerweile sehr strenge Nachhaltigkeitsvorgaben und werben oft explizit mit "Rezeptur ohne Mikroplastik". Oft sind die günstigen Pasten auf Holzmehl-Basis sogar umweltfreundlicher als Markenprodukte, die noch auf chemische Polymere zur Konsistenzverbesserung setzen.

Fazit & Tipp

  • Achte auf Siegel: Viele Produkte tragen heute Labels wie „Mikroplastikfrei“.
  • CodeCheck oder ToxFox: Nutze Apps, um den Barcode zu scannen. Diese zeigen sofort an, ob schwer abbaubare Polymere enthalten sind.
  • Naturkosmetik: Handwaschpasten mit zertifizierten Naturkosmetik-Siegeln (z. B. Natrue, Cosmos) sind garantiert frei von erdölbasierten Kunststoffen und Polymeren.

Zusammenfassend: Die Gefahr von festen Plastikkügelchen ist bei aktueller Ware im Supermarkt oder Baumarkt nahezu gebannt, bei den flüssigen Kunststoffverbindungen lohnt sich jedoch weiterhin ein prüfender Blick.

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