Ist Geschirrspülmittel schädlich für Wasserorganismen und die Umwelt?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, herkömmliche Geschirrspülmittel können schädlich für Wasserorganismen und die Umwelt sein, aber die Situation hat sich durch strengere gesetzliche Regelungen in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert.

Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung, warum sie problematisch sind und worauf man achten sollte:

1. Die problematischen Inhaltsstoffe

  • Tenside: Dies sind die waschaktiven Substanzen, die Fett lösen. Sie verringern die Oberflächenspannung des Wassers. Für Fische und andere Wassertiere ist das gefährlich, da Tenside die Funktion der Kiemen beeinträchtigen können. Zudem können sie die schützende Schleimschicht von Fischen auflösen, was sie anfälliger für Parasiten macht.
  • Phosphate: Früher waren Phosphate ein Hauptproblem, da sie als Düngemittel wirken und zur Eutrophierung (Überdüngung) von Gewässern führten. Das Resultat war extremes Algenwachstum, Sauerstoffmangel und das „Umkippen“ von Seen. In der EU sind Phosphate in Haushaltsgeschirrspülmitteln mittlerweile stark begrenzt oder verboten.
  • Duftstoffe und Konservierungsmittel: Viele synthetische Duftstoffe (wie Moschusverbindungen) und Konservierungsmittel sind für Wasserorganismen giftig und biologisch schwer abbaubar. Sie können sich in der Nahrungskette anreichern (Bioakkumulation).
  • Mikroplastik und flüssige Polymere: Manche Reiniger enthalten synthetische Polymere (in flüssiger oder gelöster Form), die in Kläranlagen oft nicht vollständig gefiltert werden können und so in die Umwelt gelangen.

2. Biologische Abbaubarkeit

In der EU schreibt die Detergenzienverordnung vor, dass die enthaltenen Tenside biologisch abbaubar sein müssen. Das bedeutet jedoch nur, dass sie innerhalb einer bestimmten Zeit zu einem gewissen Prozentsatz zerfallen. Es bedeutet nicht, dass sie im Moment des Einleitens ins Abwasser ungiftig sind.

3. Der Weg durch die Kläranlage

In modernen Kläranlagen werden die meisten Inhaltsstoffe von Spülmitteln zu einem großen Teil (ca. 90-98 %) abgebaut oder im Klärschlamm gebunden. Dennoch gelangen Restmengen in Flüsse und Meere. Besonders problematisch ist es, wenn Abwässer ungeklärt in die Umwelt gelangen (z. B. beim Camping oder in Ländern mit schlechter Infrastruktur).

4. Was ist mit „Öko“-Spülmitteln?

Ökologische Spülmittel (z. B. mit dem EU-Ecolabel oder dem Blauen Engel) sind in der Regel besser für die Umwelt, weil sie:

  • Tenside auf pflanzlicher Basis (z. B. aus Zucker oder Kokosfett) verwenden, die schneller und vollständiger abbaubar sind.
  • Auf erdölbasierte Inhaltsstoffe verzichten.
  • Keine oder weniger kritische Duft- und Farbstoffe enthalten.
  • Strengere Grenzwerte für die Giftigkeit gegenüber Wasserorganismen einhalten müssen.

Tipps für umweltfreundlicheres Spülen:

  1. Dosierung beachten: Viel hilft nicht viel. Eine Überdosierung belastet das Abwasser unnötig.
  2. Einweichen statt fließendes Wasser: Das spart Wasser und Spülmittel.
  3. Zertifikate suchen: Achte auf Siegel wie den Blauen Engel, das EU-Ecolabel oder Ecogarantie.
  4. Spülmaschine statt Handwäsche: Eine voll beladene, moderne Spülmaschine verbraucht meist weniger Wasser und Energie als das Spülen per Hand – vorausgesetzt, man verwendet ökologische Tabs oder Pulver.
  5. Niemals in der Natur spülen: Auch biologisch abbaubares Spülmittel darf nicht direkt in Seen oder Bäche gelangen. Der Abbauprozess benötigt Sauerstoff und Zeit, den das Ökosystem im Wasser direkt nicht leisten kann.

Fazit: Während moderne Kläranlagen vieles abfangen, bleibt Spülmittel eine chemische Belastung für die Gewässer. Durch die Wahl ökologischer Produkte und die richtige Dosierung lässt sich der ökologische Fußabdruck jedoch deutlich reduzieren.

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