Wie lassen sich Druckstellen an den Ohren durch langes Tragen des Headsets vermeiden?
Melden
Druckstellen durch Headsets sind ein häufiges Problem, besonders im Home-Office oder beim Gaming. Das Unbehagen entsteht meist durch zu hohen Anpressdruck, harte Polster oder eine ungünstige Gewichtsverteilung.
Hier sind die effektivsten Strategien, um Druckstellen zu vermeiden:
1. Die Wahl des richtigen Headset-Typs
- Over-Ear (Ohrumschließend) statt On-Ear (Ohraufliegend): On-Ear-Headsets drücken direkt auf die Ohrmuschel und den Knorpel, was nach einiger Zeit fast immer zu Schmerzen führt. Over-Ear-Modelle verteilen den Druck auf den Schädelknochen um das Ohr herum.
- In-Ear-Kopfhörer als Alternative: Wenn der Bügel oben am Kopf oder der Druck an den Seiten gar nicht mehr geht, können hochwertige In-Ears (ggf. mit separatem Mikrofon) die Ohren komplett entlasten.
2. Den Anpressdruck verringern
- Dehnen des Bügels: Wenn das Headset zu fest sitzt, kannst du es über Nacht über eine Reihe von Büchern oder die Verpackung des Headsets spannen. Vorsicht: Dehne nur vorsichtig und schrittweise, besonders bei Kunststoffbügeln, damit sie nicht brechen.
- Einstellung der Bügellänge: Oft ist der Bügel zu kurz eingestellt, wodurch das Headset das Ohr nach oben zieht oder zu stark anpresst. Verlängere den Bügel so, dass das Hauptgewicht auf dem Kopfpolster liegt, nicht auf den Ohren.
3. Optimierung der Polsterung
- Memory-Foam-Polster: Viele Standard-Polster sind zu dünn oder zu hart. Es gibt Drittanbieter (z. B. Brainwavz oder Dekoni), die tiefere und weichere Ersatzpolster aus Memory-Foam anbieten. Diese passen sich der Kopfform besser an.
- Materialwahl:
- Velours/Stoff: Ist atmungsaktiver, weicher und verhindert Schwitzen (was die Haut empfindlicher macht).
- Protein-Leder (Kunstleder): Schließt besser ab (Noise Cancelling), kann aber Hitze stauen und Druckstellen durch Feuchtigkeit verschlimmern.
- Zusätzliche Kopfpolster: Wenn der Druck oben am Kopf stört, gibt es universelle Polsterüberzüge aus Wolle oder Schaumstoff, die man um den Bügel kletten kann.
4. Tipps für Brillenträger
- Brillenaussparungen: Einige moderne Headsets (z. B. von Turtle Beach oder Razer) haben spezielle Zonen im Schaumstoff, die weicher sind, damit der Brillenbügel nicht in die Schläfe gedrückt wird.
- Dünne Brillenbügel: Achte bei der Brillenwahl auf möglichst flache und dünne Bügel.
5. Verhalten und Hygiene
- Regelmäßige Pausen: Die "5-Minuten-Regel" – nimm das Headset alle 60 Minuten für mindestens 5 Minuten ab, um die Durchblutung des Gewebes zu fördern.
- Position leicht variieren: Verschiebe das Headset alle halbe Stunde um ein paar Millimeter. Das verändert die Belastungspunkte.
- Hygiene: Schweiß und Hautfette können das Material der Polster hart und spröde machen. Reinige die Polster regelmäßig mit einem feuchten Tuch, damit sie geschmeidig bleiben.
6. Das Gewicht beachten
- Ein schweres Headset (oft kabellose Modelle durch den Akku) erfordert einen höheren Anpressdruck, um nicht vom Kopf zu rutschen. Wenn du sehr empfindlich bist, lohnt sich der Wechsel auf ein leichtes, kabelgebundenes Hi-Fi-Modell (z. B. von Sennheiser oder Beyerdynamic) in Kombination mit einem Ansteckmikrofon.
Zusammenfassender Profi-Tipp: Wenn du das Headset beruflich 8 Stunden am Tag trägst, investiere in Ersatzpolster aus Velours mit Memory-Foam. Das ist oft ein Unterschied wie Tag und Nacht, selbst bei günstigen Headsets.