Warum verfärben sich Naturnägel manchmal durch das Tragen von dunklem Nagellack?
Die Verfärbung von Naturnägeln durch dunklen Nagellack ist ein häufiges Phänomen. Es gibt dafür vor allem physikalische und chemische Gründe. Hier sind die Hauptursachen einfach erklärt:
1. Die Porosität des Nagels
Obwohl Nägel hart erscheinen, bestehen sie aus vielen Schichten des Proteins Keratin, die wie Dachziegel übereinanderliegen. Zwischen diesen Schichten befinden sich winzige Zwischenräume. Der Nagel ist also porös (ähnlich wie ein Schwamm, nur viel dichter). Dunkle Farbpigmente können in diese obersten Schichten eindringen und sich dort festsetzen.
2. Hohe Pigmentkonzentration
Dunkle Lacke (besonders Rot-, Blau-, Grün- oder Schwarztöne) enthalten eine sehr hohe Konzentration an Farbpigmenten. Je dunkler oder intensiver die Farbe, desto kleiner und zahlreicher sind die Pigmentpartikel. Diese winzigen Partikel wandern leichter in die Struktur der Nagelplatte ein als die helleren Pigmente von Pastelltönen.
3. Chemische Reaktionen (Eisenoxide)
Viele rote und dunkle Nagellacke enthalten Eisenoxide. Wenn diese mit der Nagelplatte in Berührung kommen, kann es zu einer chemischen Reaktion kommen, die eine gelbliche oder bräunliche Verfärbung hinterlässt – ähnlich wie Rostbildung im mikroskopischen Bereich.
4. Lösungsmittel im Lack
Nagellack enthält Lösungsmittel, die dafür sorgen, dass der Lack flüssig bleibt und schnell trocknet. Wenn diese Lösungsmittel verdunsten, „ziehen“ sie die Farbpigmente förmlich mit in die aufgeweichte Nageloberfläche hinein.
5. Fehler beim Ablackieren
Oft entsteht die Verfärbung erst beim Entfernen des Lacks. Wenn man den Wattebausch mit Nagellackentferner zu stark hin- und herreibt, löst man die Pigmente an und presst sie gleichzeitig tiefer in die Nagelplatte oder in die Nagelhaut.
Wie kann man Verfärbungen verhindern?
- Unterlack (Base Coat) ist Pflicht: Dies ist der wichtigste Schritt. Ein transparenter Unterlack fungiert als Schutzschild (Barriere) zwischen dem Nagel und den Farbpigmenten. Bei sehr dunklen Farben empfehlen Profis sogar zwei Schichten Unterlack.
- Qualität des Lacks: Hochwertige Lacke verwenden oft Pigmente, die weniger stark abfärben, obwohl das keine Garantie ist.
- Richtiges Ablackieren: Den getränkten Wattebausch kurz auf den Nagel drücken, damit der Lack angelöst wird, und dann mit einem Zug nach vorne zur Fingerspitze wegziehen, anstatt zu rubbeln.
Was tun, wenn der Nagel bereits verfärbt ist?
- Zitronensaft: Die Säure wirkt wie ein natürliches Bleichmittel.
- Backpulver/Natron: Eine Paste aus Backpulver und Wasser kann Verfärbungen sanft lösen.
- Polierfeile: Mit einer sehr feinen Polierfeile kann man die oberste, verfärbte Keratinschicht vorsichtig abtragen (sollte man aber nicht zu oft machen, da der Nagel sonst dünn wird).
- Gebissreiniger-Tabs: Ein kurzes Bad der Fingerspitzen in Wasser mit einem Gebissreiniger-Tab hilft oft gegen hartnäckige Gelbstiche.
Wichtig: Verfärbungen durch Nagellack sind meist harmlos und wachsen mit der Zeit heraus. Sollte der Nagel jedoch verfärbt sein, ohne dass Lack getragen wurde, oder sich die Struktur verändern, könnte ein Nagelpilz oder eine andere gesundheitliche Ursache vorliegen, die ein Arzt abklären sollte.