Wie erkennt man eine Hornhautentzündung durch das Tragen von Kontaktlinsen?

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Eine Hornhautentzündung (Keratitis) ist eine ernsthafte Komplikation, die bei Kontaktlinsenträgern auftreten kann. Da sie im schlimmsten Fall das Sehvermögen dauerhaft schädigen kann, ist es wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen.

Hier sind die wichtigsten Anzeichen und Warnsignale:

1. Die typischen Symptome

Wenn Sie Kontaktlinsen tragen und eines oder mehrere der folgenden Symptome bemerken, sollten Sie aufmerksam werden:

  • Rötung des Auges: Das Auge sieht "blutunterlaufen" aus, oft besonders stark um die Hornhaut herum.
  • Schmerzen: Diese können von einem leichten Brennen bis hin zu starken, stechenden Schmerzen reichen.
  • Fremdkörpergefühl: Es fühlt sich an, als ob Sand oder ein kleiner Splitter im Auge wäre, auch wenn die Linse bereits draußen ist.
  • Lichtempfindlichkeit: Helles Licht oder Sonnenschein schmerzen im Auge oder führen zu starkem Blinzeln.
  • Verschwommenes Sehen: Die Sicht ist trüb oder neblig, und das Reinigen der Linse bringt keine Besserung.
  • Gesteigerter Tränenfluss: Das Auge tränt ununterbrochen.
  • Sekretbildung: Gelblicher oder weißlicher Ausfluss (Eiter), der die Augenlider morgens verkleben kann.

2. Das Warnsignal: Der "weiße Fleck"

In fortgeschrittenen Fällen oder bei einer bakteriellen Infektion kann man bei genauem Hinsehen im Spiegel einen kleinen, trüben oder weißlichen Fleck auf der Hornhaut (der klaren Schicht über der Iris) sehen. Das ist ein Hornhautgeschwür (Ulkus) und ein absoluter Notfall.

3. Der "Linsentest"

Ein wichtiges Indiz für eine Entzündung ist: Wenn Sie die Kontaktlinse herausnehmen, werden die Beschwerden nicht sofort besser.

  • Bei einer reinen Reizung durch die Linse (z.B. ein Staubkorn unter der Linse) lässt der Schmerz nach dem Rausnehmen meist schnell nach.
  • Bei einer Hornhautentzündung bleibt der Schmerz und das Fremdkörpergefühl bestehen oder verschlimmert sich sogar.

Warum passiert das? (Häufige Ursachen)

  • Mangelnde Hygiene: Bakterien (oft Pseudomonas), Pilze oder Amöben gelangen durch schmutzige Hände oder verunreinigte Behälter ins Auge.
  • Zu langes Tragen: Die Hornhaut bekommt zu wenig Sauerstoff, wird anfällig für kleinste Risse, durch die Keime eindringen können.
  • Kontakt mit Wasser: Leitungswasser, Schwimmbadwasser oder Speichel gehören niemals an die Linsen, da sie gefährliche Keime (wie Akanthamöben) enthalten können.
  • Alte Linsen/Behälter: Die Verwendung von Linsen über das Verfallsdatum hinaus oder ein verkeimter Aufbewahrungsbehälter.

Was müssen Sie tun?

  1. Linsen sofort raus: Tragen Sie unter keinen Umständen weiter Kontaktlinsen, wenn das Auge gereizt ist.
  2. Nicht abwarten: Eine Hornhautentzündung kann innerhalb von 24 Stunden schwere Schäden anrichten.
  3. Augenarzt aufsuchen: Gehen Sie umgehend (am selben Tag!) zum Augenarzt oder in eine Augenklinik.
  4. Linsen und Behälter mitnehmen: Werfen Sie die aktuellen Linsen und den Behälter nicht weg. Der Arzt kann sie im Labor untersuchen lassen, um den genauen Erreger zu bestimmen und gezielt zu behandeln.

Wichtig: Behandeln Sie sich nicht selbst mit frei verkäuflichen Augentropfen gegen "rote Augen". Diese können die Symptome maskieren, während die Infektion im Hintergrund die Hornhaut zerstört.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose.

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