Wie entsorgt man gebrauchtes Frittierfett umweltgerecht?

Melden

Die fachgerechte Entsorgung von Frittierfett ist extrem wichtig, da falsch entsorgtes Fett enorme Schäden an der Kanalisation und der Umwelt anrichten kann.

Hier ist der Leitfaden, wie du es richtig machst:

1. Das wichtigste Tabu: Niemals in den Ausguss!

Schütte gebrauchtes Öl oder Fett niemals in die Spüle oder die Toilette.

  • Das Problem: Fett erkaltet in den Rohren, wird hart und verbindet sich mit anderen Stoffen (wie feuchtem Toilettenpapier) zu riesigen Klumpen („Fettbergen“). Das verstopft die Kanalisation und führt zu extrem hohen Reinigungskosten für die Kommunen. Zudem belastet es die Kläranlagen.

2. Kleine Mengen (Privathaushalt): Der Restmüll

In den meisten Kommunen gehört altes Speiseöl oder Frittierfett in den Restmüll (die schwarze Tonne), da dieser in der Regel verbrannt wird und das Fett dort als Brennstoff dient.

  • Flüssiges Öl: Lass das Öl abkühlen. Fülle es mithilfe eines Trichters in ein verschließbares Gefäß, das du ohnehin wegwerfen würdest (z. B. eine alte PET-Flasche, eine Milchpackung oder das Originalgefäß). Fest verschließen und in die Restmülltonne werfen.
  • Festes Fett (z. B. Frittierstangen): Lass das Fett fest werden. Du kannst es dann mit einem Spachtel oder Löffel herausholen, in Zeitungspapier einwickeln oder in eine Tüte geben und ebenfalls im Restmüll entsorgen.

3. Die umweltfreundlichste Variante: Sammelstellen & Wertstoffhöfe

Noch besser als die Verbrennung im Restmüll ist das Recycling. Altfett kann zu Biodiesel oder Reinigungsmitteln verarbeitet werden.

  • Wertstoffhof: Viele städtische Wertstoffhöfe nehmen gebrauchtes Speiseöl an.
  • Sammelsysteme: In manchen Regionen (besonders in Süddeutschland und Österreich) gibt es Systeme wie den „Öli“. Das ist ein spezieller Mehrwegbehälter, den man voll abgibt und leer/gereinigt wieder mitnimmt.
  • Altfett-Automaten: In einigen Städten gibt es mittlerweile Automaten, an denen man volle Flaschen gegen leere tauschen kann.

4. Warum nicht in den Biomüll oder Kompost?

  • Biotonne: Große Mengen Öl stören den Kompostierungsprozess in den Anlagen. In geringen Mengen (z. B. öliger Salatrest) ist es okay, aber reines Frittierfett gehört dort nicht hinein.
  • Eigener Kompost: Fett zersetzt sich nur sehr langsam, riecht ranzig und lockt Ungeziefer wie Ratten an. Zudem kann es den Boden versiegeln, sodass kein Sauerstoff mehr an die Mikroorganismen gelangt.

5. Profi-Tipp: Filtern und Wiederverwenden

Bevor du es entsorgst, kannst du die Lebensdauer des Fetts verlängern:

  1. Lass das Fett abkühlen (aber noch flüssig).
  2. Gieße es durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter, um Speisereste zu entfernen.
  3. Lagere es dunkel und kühl. Du kannst es meist 3–4 Mal wiederverwenden, solange es nicht dunkel wird, unangenehm riecht oder raucht.

Zusammenfassend: Abkühlen lassen, in ein altes Plastikgefäß füllen, fest verschließen und ab zum Wertstoffhof (Recycling) oder in den Restmüll (Verbrennung). Niemals in den Abfluss!

0