Welche Vitamine und Mineralstoffe sind im vollen Korn enthalten?
Im vollen Korn (Vollkorn) stecken deutlich mehr Nährstoffe als in ausgemahlenem Weißmehl, da die wertvollen Inhaltsstoffe vor allem in den Randschichten (Kleie) und im Keimling konzentriert sind.
Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe im Vollkorn:
1. Vitamine
Vollkorn ist besonders reich an Vitaminen der B-Gruppe:
- Vitamin B1 (Thiamin): Wichtig für den Kohlenhydratstoffwechsel und die Nervenfunktion.
- Vitamin B2 (Riboflavin): Unterstützt den Energiehaushalt und ist gut für Haut und Augen.
- Vitamin B6 (Pyridoxin): Entscheidend für den Eiweißstoffwechsel und das Immunsystem.
- Niacin (B3): Wichtig für die Regeneration von Muskeln, Nerven und Haut.
- Folsäure (B9): Essentiell für die Zellteilung und Blutbildung.
- Vitamin E (Tocopherol): Ein starkes Antioxidans, das die Zellen vor freien Radikalen schützt (vor allem im fetthaltigen Keimling enthalten).
- Pantothensäure (B5): Beteiligt an vielen Stoffwechselprozessen.
2. Mineralstoffe
Die Konzentration an Mineralstoffen ist im Vollkorn oft doppelt bis dreimal so hoch wie in Weißmehl:
- Magnesium: Wichtig für Muskeln, Nerven und den Knochenaufbau.
- Kalium: Reguliert den Wasserhaushalt und ist wichtig für die Herzfunktion.
- Phosphor: Zusammen mit Kalzium wichtig für die Festigkeit von Knochen und Zähnen.
3. Spurenelemente
Das volle Korn liefert lebensnotwendige Spurenelemente:
- Eisen: Unverzichtbar für den Sauerstofftransport im Blut.
- Zink: Wichtig für die Wundheilung, das Immunsystem und die Hormonbildung.
- Mangan: Unterstützt den Aufbau von Bindegewebe und Knochen.
- Selen: Schützt die Zellen und unterstützt die Schilddrüsenfunktion.
Warum ist das volle Korn so gesund? (Zusatzfaktoren)
Neben Vitaminen und Mineralstoffen bietet das volle Korn zwei weitere entscheidende Vorteile:
- Ballaststoffe: Sie finden sich fast ausschließlich in den Randschichten. Sie fördern die Verdauung, sättigen langanhaltend, lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen und können das Risiko für Typ-2-Diabetes und Darmkrebs senken.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Dazu gehören Phenolsäuren, Phytosterine und Flavonoide. Diese wirken entzündungshemmend, antioxidativ und können den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen.
Ein kleiner Tipp: Da viele dieser Nährstoffe an Phytinsäure gebunden sind (die die Aufnahme im Körper erschweren kann), ist eine lange Teigführung (wie bei traditionellem Sauerteigbrot) ideal. Dabei wird die Phytinsäure abgebaut und die Mineralstoffe werden für den Körper besser verfügbar.