Welche Vitamine und Mineralstoffe sind typischerweise in einem Kombipräparat enthalten?

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In einem typischen Kombipräparat (oft als „Multivitamin“ bezeichnet) ist meist eine breite Palette an lebenswichtigen Mikronährstoffen enthalten. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Hersteller und Zielgruppe (z. B. für Senioren, Sportler, Schwangere oder Kinder), aber im Allgemeinen findet man folgende Inhaltsstoffe:

1. Vitamine

Man unterscheidet hier zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen.

  • Fettlösliche Vitamine (können im Körper gespeichert werden):

    • Vitamin A: Wichtig für die Sehkraft und das Immunsystem (oft als Beta-Carotin enthalten).
    • Vitamin D3: Essenziell für Knochen und Immunabwehr (besonders im Winter wichtig).
    • Vitamin E: Ein starkes Antioxidans zum Schutz der Zellen.
    • Vitamin K (K1 oder K2): Wichtig für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel.
  • Wasserlösliche Vitamine (müssen regelmäßig zugeführt werden):

    • Vitamin C: Unterstützt das Immunsystem und die Kollagenbildung.
    • B-Vitamine (der gesamte Komplex):
      • B1 (Thiamin): Energiestoffwechsel und Nerven.
      • B2 (Riboflavin): Energiestoffwechsel, Sehkraft.
      • B3 (Niacin): Haut und Nervensystem.
      • B5 (Pantothensäure): Geistige Leistung, Hormonbildung.
      • B6 (Pyridoxin): Eiweißstoffwechsel und Immunsystem.
      • B7 (Biotin): Haare, Haut und Nägel.
      • B9 (Folsäure/Folat): Zellteilung, Blutbildung (sehr wichtig in der Schwangerschaft).
      • B12 (Cobalamin): Blutbildung, Nervenfunktion (besonders bei veganer Ernährung wichtig).

2. Mineralstoffe und Spurenelemente

Diese werden unterteilt in Mengenelemente (hoher Bedarf) und Spurenelemente (geringer Bedarf).

  • Mengenelemente:

    • Magnesium: Wichtig für Muskelfunktion und Nervensystem.
    • Calcium: Hauptbestandteil von Knochen und Zähnen. (Oft in geringeren Mengen enthalten, da die Tabletten sonst zu groß würden).
  • Spurenelemente:

    • Eisen: Sauerstofftransport im Blut.
    • Zink: Immunsystem, Wundheilung, Haut und Haare.
    • Selen: Schutz der Zellen vor oxidativem Stress, Schilddrüsenfunktion.
    • Jod: Wichtig für die Schilddrüsenhormone.
    • Kupfer: Energiestoffwechsel und Pigmentierung von Haut und Haar.
    • Mangan: Bindegewebe und Knochen.
    • Chrom: Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels.
    • Molybdän: Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren.

3. Optionale Zusatzstoffe

Viele moderne Präparate enthalten zusätzlich sekundäre Pflanzenstoffe oder andere Substanzen:

  • Coenzym Q10 (Energie)
  • Lutein / Zeaxanthin (für die Augen)
  • Lycopin (Antioxidans aus Tomaten)

Worauf sollte man achten?

  1. Dosierung: Viele Kombipräparate sind „hochdosiert“. Eine dauerhafte Überdosierung (besonders bei Vitamin A, D und E sowie Eisen) kann schädlich sein.
  2. Qualität der Verbindungen: Es gibt Unterschiede in der Bioverfügbarkeit (wie gut der Körper den Stoff aufnehmen kann). Zum Beispiel wird Magnesiumcitrat oft besser aufgenommen als Magnesiumoxid.
  3. Zielgruppe: Männerpräparate enthalten oft kein Eisen (da Männer seltener einen Mangel haben), während Präparate für Frauen im gebärfähigen Alter oft mehr Eisen und Folsäure enthalten.
  4. Wechselwirkungen: Einige Stoffe hemmen sich gegenseitig bei der Aufnahme (z. B. behindert Calcium die Aufnahme von Eisen). Hochwertige Präparate versuchen, dies durch spezielle Schichtungen oder Zeitverzögerungen zu lösen.

Hinweis: Ein Kombipräparat ist als Ergänzung gedacht und kann eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Vor der Einnahme hochdosierter Präparate ist ein Bluttest beim Arzt ratsam, um tatsächliche Mängel festzustellen.