Welche Vitamine oder Mineralstoffe werden pflanzlichen Milchalternativen häufig künstlich zugesetzt?

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Pflanzliche Milchalternativen (wie Hafer-, Soja-, Mandel- oder Erbsenmilch) werden häufig mit bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, um ihr Nährstoffprofil an das von Kuhmilch anzupassen. Dies ist besonders für Menschen wichtig, die sich rein pflanzlich ernähren.

Hier sind die am häufigsten zugesetzten Stoffe:

1. Calcium

Dies ist der wichtigste Zusatz. Kuhmilch ist eine der Hauptquellen für Calcium in der westlichen Ernährung. Um vergleichbar zu sein, setzen Hersteller meist 120 mg Calcium pro 100 ml zu.

  • Formen: Meist wird Calciumcarbonat verwendet oder die calciumreiche Rotalge (Lithothamnium calcareum).

2. Vitamin B12

Da Vitamin B12 in pflanzlichen Lebensmitteln praktisch nicht vorkommt, ist die Anreicherung in Milchalternativen für Veganer eine wichtige Quelle. Es ist essenziell für die Blutbildung und das Nervensystem.

3. Vitamin D (meist D2)

Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Calcium aus dem Darm in das Blut. Da viele Menschen (besonders im Winter) einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel haben, wird es oft ergänzt.

4. Vitamin B2 (Riboflavin)

Kuhmilch ist von Natur aus reich an Riboflavin (was ihr einen leicht gelblichen Schimmer verleiht). Um diesen Nährstoff zu ersetzen, wird er vielen Pflanzendrinks künstlich beigefügt.

5. Jod

In letzter Zeit reichern immer mehr Hersteller (z. B. spezialisierte Marken für Barista-Editionen) ihre Milch auch mit Jod an. In Deutschland ist die Jodversorgung oft grenzwertig, und da Kuhmilch durch jodiertes Viehfutter eine wichtige Jodquelle ist, schließt die Anreicherung von Pflanzendrinks hier eine Versorgungslücke.

6. Vitamin A

In einigen Ländern (weniger verbreitet in Deutschland, häufiger in den USA) wird auch Vitamin A zugesetzt, um den natürlichen Gehalt von Vollmilch zu imitieren.


Wichtige Besonderheit: Bio-Produkte

Ein wichtiger Punkt für Verbraucher in der EU: Bio-zertifizierte Pflanzendrinks dürfen in der Regel nicht künstlich mit Vitaminen oder Mineralstoffen angereichert werden.

  • Konsequenz: Wer eine Bio-Hafermilch kauft, erhält meist ein Produkt, das lediglich aus Wasser, Getreide, Öl und Salz besteht. Es enthält dann kaum Calcium oder B12.
  • Ausnahme: Manche Bio-Hersteller setzen die oben genannte Rotalge zu, um den Calciumgehalt auf natürlichem Weg zu erhöhen. Dies ist jedoch rechtlich oft umstritten und wird nicht von allen Herstellern praktiziert.

Fazit

Wenn Sie Pflanzendrinks als vollwertigen Ersatz für Kuhmilch nutzen möchten (besonders bei Kindern oder bei rein veganer Ernährung), empfiehlt es sich, zu den konventionellen Produkten (nicht Bio) zu greifen, da diese meist mit Calcium, B12, B2 und D2 angereichert sind. Ein Blick auf die Zutatenliste gibt hierüber schnell Aufschluss.