Welche Umweltprobleme entstehen durch Mikroplastik-Partikel in konventionellen Gesichtspeelings?
Mikroplastik-Partikel in konventionellen Gesichtspeelings (oft als „Peeling-Beads“ oder „Microbeads“ bezeichnet) stellen eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar. Da diese Partikel gezielt für den Einsatz in Kosmetika hergestellt werden, spricht man von primärem Mikroplastik.
Hier sind die zentralen Umweltprobleme, die durch diese Partikel entstehen:
1. Unzureichende Filtrierung in Kläranlagen
Wenn man sich das Gesicht mit einem solchen Peeling wäscht, gelangen die Plastikkügelchen direkt in den Abfluss. Da sie oft winzig klein sind (teilweise kleiner als 1 mm), können herkömmliche Kläranlagen sie nicht vollständig aus dem Abwasser herausfiltern. Ein Teil der Partikel schlüpft durch die Filter und gelangt direkt in Flüsse, Seen und schließlich in die Weltmeere.
2. Eintrag in die Nahrungskette (Bioakkumulation)
Im Wasser werden die Partikel von Meeresorganismen wie Plankton, Muscheln, Fischen und Krebstieren mit Nahrung verwechselt und gefressen.
- Physische Schäden: Die Partikel können die Verdauungsorgane verstopfen, zu Entzündungen führen oder ein falsches Sättigungsgefühl hervorrufen, sodass die Tiere verhungern.
- Anreicherung: Da Plastik nicht verdaut wird, reichert es sich im Gewebe an. Über die Nahrungskette (kleiner Fisch wird von großem Fisch gefressen) gelangt das Mikroplastik schließlich auch auf den Teller des Menschen.
3. „Schadstoff-Magnete“
Mikroplastik hat eine hydrophobe (wasserabweisende) Oberfläche, die wie ein Magnet auf im Wasser gelöste Umweltgifte wirkt. Pestizide, polychlorierte Biphenyle (PCB) und andere langlebige organische Schadstoffe lagern sich in hoher Konzentration an den Plastikpartikeln an. Wenn Tiere diese Partikel fressen, nehmen sie eine hochkonzentrierte Dosis an Giften auf, die wieder in den biologischen Kreislauf gelangt.
4. Freisetzung von Additiven
Plastik besteht nicht nur aus Polymeren, sondern enthält oft chemische Zusatzstoffe wie Weichmacher (Phthalate), Flammschutzmittel oder Farbstoffe. Diese Stoffe können im Wasser oder im Körper von Lebewesen aus dem Plastik austreten. Viele dieser Stoffe wirken hormonell schädlich oder sind krebserregend.
5. Langlebigkeit und fehlende Abbaubarkeit
Im Gegensatz zu natürlichen Peelingkörpern (wie Sand, Zucker oder gemahlenen Kernen) ist Plastik biologisch nicht abbaubar. Es dauert hunderte bis tausende von Jahren, bis es in immer kleinere Fragmente zerfällt (sekundäres Mikroplastik), verschwindet aber nie vollständig aus dem Ökosystem.
6. Belastung von Böden durch Klärschlamm
Selbst das Mikroplastik, das von Kläranlagen zurückgehalten wird, verschwindet nicht einfach. Es landet im Klärschlamm. In vielen Regionen wird dieser Klärschlamm als Dünger auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht. Dadurch gelangt das Mikroplastik in den Boden, schädigt dort Mikroorganismen und Regenwürmer und kann potenziell von Pflanzen aufgenommen werden.
Aktuelle Situation und Alternativen
Gesetzliche Lage: In der EU wurde im Oktober 2023 ein weitreichendes Verbot für den Verkauf von Mikroplastik als solchem sowie von Produkten, denen Mikroplastik absichtlich zugesetzt wurde (darunter Peelings), schrittweise in Kraft gesetzt. Viele Hersteller haben bereits zuvor freiwillig auf Alternativen umgestellt.
Umweltfreundliche Alternativen: Gute Gesichtspeelings nutzen heute biologisch abbaubare Stoffe, die den gleichen Reinigungseffekt erzielen, ohne die Umwelt zu belasten:
- Kieselerde oder Heilerde
- Zerstoßene Aprikosenkerne oder Nussschalen
- Zucker- oder Salzkristalle
- Jojoba-Wachskügelchen
- Enzympeelings (lösen Hautschüppchen chemisch-biologisch ohne mechanische Reibung)
Tipp: Achten Sie beim Kauf auf zertifizierte Naturkosmetik-Siegel oder prüfen Sie die Inhaltsstoffe auf Begriffe wie Polyethylene (PE), Polypropylene (PP) oder Nylon, um Mikroplastik zu vermeiden.