Gegen welche Schadstoffe und Partikel helfen Luftreiniger effektiv?
Luftreiniger sind sehr effektiv darin, die Innenraumluft von einer Vielzahl von Belastungen zu befreien. Die Wirksamkeit hängt dabei maßgeblich von den verbauten Filtern ab (meist eine Kombination aus HEPA- und Aktivkohlefiltern).
Hier ist eine Übersicht, welche Schadstoffe und Partikel moderne Geräte effektiv filtern:
1. Partikel und Schwebstoffe (durch HEPA-Filter)
HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air) sind der Standard für die Entfernung von winzigen Partikeln. Sie filtern bis zu 99,97 % (H13) oder sogar 99,995 % (H14) aller Partikel bis zu einer Größe von 0,1 bis 0,3 Mikrometern.
- Hausstaub und Milbenkot: Ideal für Allergiker, da die Hauptauslöser für Hausstauballergien entfernt werden.
- Pollen: Sehr effektiv gegen Blütenpollen (Birke, Gräser etc.), was Heuschnupfen-Symptome lindert.
- Tierhaare und Hautschuppen: Grobe Filter fangen die Haare ab, der HEPA-Filter die feinen Hautschuppen, auf die Allergiker reagieren.
- Feinstaub (PM2.5 und PM10): Partikel, die durch Autoverkehr, Industrie oder Kerzenruß in die Wohnung gelangen.
- Schimmelpilzsporen: Verhindert, dass sich Sporen in der Luft verteilen und eingeatmet werden oder sich an neuen Stellen festsetzen.
2. Biologische Schadstoffe (Aerosole)
Besonders seit der Pandemie ist bekannt, dass Luftreiniger auch Krankheitserreger reduzieren können:
- Viren: Viren selbst sind winzig, hängen aber meist an größeren Tröpfchen (Aerosolen). Hochwertige HEPA-Filter fangen diese Aerosole effektiv ein und reduzieren so die Infektionsgefahr (z. B. bei Grippe oder Erkältungen).
- Bakterien: Auch viele luftgetragene Bakterien werden zuverlässig ausgefiltert.
3. Gase und Gerüche (durch Aktivkohlefilter)
Gase sind viel kleiner als Partikel und können von einem HEPA-Filter allein nicht gestoppt werden. Hierfür ist ein Aktivkohlefilter notwendig:
- Flüchtige organische Verbindungen (VOCs): Chemische Gase, die aus Möbeln, Bodenbelägen, Farben oder Reinigungsmitteln ausgasen (z. B. Formaldehyd).
- Tabakrauch: Die festen Partikel des Rauchs werden vom HEPA-Filter gestoppt, die giftigen Gase und der Geruch von der Aktivkohle.
- Küchengerüche: Gerüche vom Braten oder Kochen werden neutralisiert.
- Abgase: Stickstoffoxide oder Ozon, die von draußen in die Wohnung dringen.
Was Luftreiniger NICHT können:
Trotz ihrer Effektivität gibt es physikalische Grenzen:
- CO2 (Kohlendioxid): Ein Luftreiniger filtert kein CO2. Um den CO2-Gehalt zu senken und frischen Sauerstoff zuzuführen, muss man weiterhin klassisch lüften.
- Sauerstoffmangel: Sie erzeugen keinen Sauerstoff.
- Abgesetzter Staub: Ein Luftreiniger filtert nur Partikel, die in der Luft schweben. Staub, der bereits auf dem Regal oder dem Boden liegt, muss weiterhin weggewischt oder gesaugt werden.
- Radon: Das radioaktive Edelgas Radon kann nur durch Lüften oder bauliche Maßnahmen effektiv reduziert werden, nicht durch Standard-Luftreiniger.
Fazit: Worauf sollte man beim Kauf achten?
Wenn Sie eine maximale Reinigungswirkung erzielen wollen, achten Sie auf ein Gerät mit dreistufigem System:
- Vorfilter (für Haare und Flusen)
- HEPA-Filter (H13 oder H14) (für feinste Partikel, Viren und Allergene)
- Aktivkohlefilter (für Gase und Gerüche)
Achten Sie zudem darauf, dass das Gerät für die Quadratmeterzahl Ihres Raumes ausgelegt ist (der sogenannte CADR-Wert – Clean Air Delivery Rate).