Welche negativen Auswirkungen hat Weichspüler auf die Elastizität von Textilien mit Elastan-Anteil?
Weichspüler hat auf Textilien mit Elastan-Anteil (auch bekannt als Spandex oder Lycra) eine sehr schädliche Wirkung. Elastan ist eine extrem dehnbare Kunstfaser, die meist in Sportkleidung, Jeans (Stretch), Unterwäsche und Socken zu finden ist.
Hier sind die spezifischen negativen Auswirkungen im Detail:
1. Verlust der Spannkraft („Ausleiern“)
Die im Weichspüler enthaltenen kationischen Tenside und Fettstoffe legen sich wie ein Film um die Fasern. Bei Elastan führt dies dazu, dass die Fasern ihre Rücksprungkraft verlieren. Die Faser wird „geschmiert“ und verliert ihren Halt im Gewebeverband. Das Ergebnis: Die Kleidung leiert aus und findet nach dem Dehnen nicht mehr in ihre ursprüngliche Form zurück. Typische Anzeichen sind ausgebeulte Knie bei Jeans oder schlaffe Bündchen.
2. Bruch der Elastan-Fasern
Einige Inhaltsstoffe von Weichspülern können die chemische Struktur des Elastans (ein Polyurethan) angreifen. Dies macht die Faser mit der Zeit spröde und brüchig. Wenn die elastischen Fäden im Inneren des Stoffes reißen, sieht man das oft an winzigen, weißen „Gummifäden“, die aus dem Gewebe herausstehen – das Kleidungsstück ist dann dauerhaft beschädigt.
3. Verlust der Atmungsaktivität
Da Elastan oft in Funktions- und Sportkleidung verwendet wird, ist dieser Punkt besonders relevant: Der Fettfilm des Weichspülers verstopft die Poren der Fasern. Dadurch kann Schweiß nicht mehr nach außen transportiert werden. Die Kleidung fühlt sich schneller nass an, trocknet langsamer und verliert ihre klimaregulierenden Eigenschaften.
4. Geruchsbildung
Durch den schmierigen Film, den der Weichspüler auf und zwischen den Fasern hinterlässt, können sich Bakterien und Hautfette besser festsetzen. Da Sportkleidung mit Elastan meist nur bei niedrigen Temperaturen (30–40 °C) gewaschen wird, werden diese Rückstände nicht vollständig entfernt. Die Folge: Die Kleidung fängt trotz Waschens schnell an, unangenehm zu riechen (muffiger Schweißgeruch).
Zusammenfassung & Tipps:
- Verzicht: Verwenden Sie bei Kleidung mit Elastan-Anteil (siehe Pflegeetikett) grundsätzlich keinen Weichspüler.
- Essig als Alternative: Wenn Sie weiche Wäsche ohne Kalkrückstände möchten, können Sie einen kleinen Schluck hellen Tafelessig ins Weichspülfach geben. Er neutralisiert Kalk, schadet dem Elastan nicht und verfliegt geruchlich beim Trocknen.
- Flüssigwaschmittel: Nutzen Sie für Elastan-Textilien am besten flüssiges Fein- oder Buntwaschmittel, da Waschpulver oft Bleichmittel enthalten kann, die das Elastan ebenfalls angreifen.
- Kein Trockner: Auch Hitze ist ein Feind des Elastans. Trocknen Sie Stretch-Textilien lieber an der Luft.
Fazit: Weichspüler macht Textilien mit Elastan zwar kurzfristig weich, zerstört aber langfristig genau die Eigenschaft, für die man sie gekauft hat: die Passform und Elastizität.