Was ist die offizielle Definition von Margarine?

Melden

Die offizielle Definition von Margarine ist in der Europäischen Union und in Deutschland durch rechtliche Vorschriften streng festgelegt. Dabei wird zwischen der lebensmittelrechtlichen Zusammensetzung und der physikalischen Beschaffenheit unterschieden.

Hier sind die entscheidenden Quellen und Definitionen:

1. Die Definition nach EU-Recht

Die wichtigste Grundlage ist die EU-Verordnung Nr. 1308/2013 (über die gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse). Dort wird Margarine unter den „streichfähigen Fetten“ kategorisiert.

Die offizielle Definition lautet sinngemäß:

  • Erzeugnis: Ein aus pflanzlichen und/oder tierischen Fetten gewonnenes Erzeugnis.
  • Fettgehalt: Der Fettgehalt muss mindestens 80 % und weniger als 90 % betragen.
  • Milchfettanteil: Der Anteil an Milchfett darf maximal 3 % des Fettgehalts betragen (andernfalls handelt es sich um Mischfette).
  • Zustand: Es muss bei einer Temperatur von 20 °C fest und streichfähig bleiben.

2. Differenzierung nach Fettgehalt

Je nach Fettanteil gibt es laut Gesetz unterschiedliche Bezeichnungen:

  • Margarine: 80 % bis < 90 % Fett.
  • Dreiviertelfettmargarine: 60 % bis 62 % Fett.
  • Halbfettmargarine: 39 % bis 41 % Fett.
  • Streichfett X %: Wenn der Fettgehalt in anderen Bereichen liegt (z. B. bei 25 % oder 70 %), darf das Produkt rechtlich nicht einfach nur „Margarine“ genannt werden, sondern muss als „Streichfett“ mit der entsprechenden Prozentangabe deklariert werden.

3. Die technologische Definition

Aus lebensmitteltechnologischer Sicht wird Margarine wie folgt definiert:

  • Margarine ist eine Wasser-in-Öl-Emulsion. Das bedeutet, kleinste Wassertröpfchen sind fein im festen Fett verteilt.
  • Sie besteht im Wesentlichen aus Speisefetten und Speiseölen sowie Wasser.

4. Inhaltsstoffe und Zusätze (nach Margarine- und Mischfettverordnung)

In Deutschland ergänzt die Margarine- und Mischfettverordnung (MargMFV) die EU-Regeln. Wichtige Punkte hierbei sind:

  • Zutaten: Neben pflanzlichen Ölen (wie Raps-, Sonnenblumen- oder Leinöl) und festen Fetten (wie Kokosfett oder Palmöl) werden häufig Emulgatoren (wie Lecithin), Säuerungsmittel (wie Zitronensäure) und Vitamine (A und D) zugesetzt.
  • Farbe: Da Margarine von Natur aus weißlich ist, wird sie meist mit Beta-Carotin gelblich gefärbt, um optisch der Butter zu ähneln.

Zusammenfassung

Offiziell ist Margarine ein streichfähiges Speisefett mit einem Fettgehalt von 80–90 %, das überwiegend aus pflanzlichen Fetten besteht und einen Milchfettanteil von höchstens 3 % aufweist.

0