Was ist die grundlegende Definition und Funktion von Putzmörtel?
Die grundlegende Definition und Funktion von Putzmörtel lässt sich wie folgt zusammenfassen:
1. Definition
Putzmörtel ist ein Baustoff, der aus einer Mischung von Bindemitteln (wie Kalk, Zement oder Gips), Zuschlagstoffen (meist Sand in verschiedenen Körnungen), Wasser und gegebenenfalls Zusatzmitteln oder Zusatzstoffen besteht.
Er wird in einer oder mehreren Lagen auf Wand- und Deckenflächen aufgetragen. Im Gegensatz zu Mauermörtel, der Steine miteinander verbindet, dient Putzmörtel dazu, Oberflächen zu bekleiden. Nach dem Auftragen erhärtet der Mörtel durch chemische oder physikalische Prozesse.
2. Funktionen von Putzmörtel
Putzmörtel erfüllt je nach Einsatzort (innen oder außen) vielfältige Aufgaben:
A. Schutzfunktion (besonders im Außenbereich)
- Witterungsschutz: Er schützt das darunterliegende Mauerwerk vor Regen, Schnee, Wind und UV-Strahlung.
- Feuchteschutz: Er verhindert das Eindringen von Schlagregen, muss aber gleichzeitig diffusionsoffen sein, damit Feuchtigkeit aus dem Inneren nach außen entweichen kann („Atmungsaktivität“).
- Mechanischer Schutz: Er schützt die Bausubstanz vor leichten Stößen oder Abrieb.
B. Herstellung der Oberflächengüte (Ebenheit)
- Ausgleich: Putz gleicht Unebenheiten im Mauerwerk aus und schafft ebene, senkrechte oder waagerechte Flächen.
- Untergrund für Folgearbeiten: Er dient als notwendige Basis für weitere Beschichtungen wie Tapeten, Anstriche, Fliesen oder Edelputze.
C. Bauphysikalische Funktionen
- Regulierung des Raumklimas: Innenputze (besonders Kalk- oder Lehmputze) können Luftfeuchtigkeit aufnehmen und bei Trockenheit wieder abgeben, was das Wohnklima verbessert.
- Wärmedämmung: Spezielle Wärmedämmputze tragen zur energetischen Isolierung des Gebäudes bei.
- Brandschutz: Putzschichten können die Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen erhöhen.
- Schallschutz: Durch die zusätzliche Masse und die Oberflächenbeschaffenheit verbessert Putz die Schalldämmung von Wänden.
D. Ästhetische Funktion (Gestaltung)
- Struktur und Farbe: Durch verschiedene Auftragstechniken (z. B. Kratzputz, Scheibenputz) oder Beimischung von Pigmenten bestimmt der Putz das Erscheinungsbild von Fassaden und Innenräumen.
Zusammenfassung der Komponenten
- Bindemittel: Bestimmt die Art des Putzes (z. B. Kalkputz, Zementputz, Gipsputz).
- Zuschlag: Meist Sand; die Korngröße bestimmt, wie glatt oder rau der Putz wird.
- Zusätze: Können Eigenschaften wie Verarbeitbarkeit, Haftung oder Wasserabweisung (Hydrophobierung) beeinflussen.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Unterputz (zum Ausgleichen und Schützen) und Oberputz (für die Optik und den direkten Wetterschutz).