Warum verliert der Akkuschrauber unter Last plötzlich an Kraft?

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Wenn ein Akkuschrauber unter Last plötzlich an Kraft verliert oder sogar ganz abschaltet, kann das verschiedene Ursachen haben. Meistens liegt es an der Elektronik, dem Akku oder der Mechanik.

Hier sind die häufigsten Gründe im Detail:

1. Spannungsabfall des Akkus (Der „Flaschenhals“)

Dies ist die häufigste Ursache. Ein Akku hat einen sogenannten Innenwiderstand.

  • Das Problem: Wenn du den Schrauber stark belastest, fließt viel Strom. Bei einem alten oder schwachen Akku bricht die Spannung unter dieser Last massiv ein.
  • Die Folge: Die Elektronik des Geräts registriert, dass die Spannung unter einen kritischen Wert fällt, und regelt die Leistung ab oder schaltet komplett ab, um den Akku vor einer Tiefentladung zu schützen.
  • Lösung: Akku voll aufladen. Wenn das Problem bleibt, ist der Akku wahrscheinlich gealtert und verbraucht.

2. Elektronischer Überlastschutz

Moderne Akkuschrauber (besonders Lithium-Ionen-Geräte) haben eine Schutzschaltung (BMS - Battery Management System).

  • Das Problem: Um den Motor vor dem Durchbrennen oder den Akku vor Überhitzung zu schützen, greift die Elektronik ein, wenn das Drehmoment zu hoch wird.
  • Die Folge: Der Motor stoppt sofort oder reduziert die Drehzahl spürbar.
  • Lösung: Prüfen, ob du im richtigen Gang arbeitest. Für schwere Schraubarbeiten immer den 1. Gang (weniger Drehzahl, mehr Kraft) nutzen.

3. Überhitzung (Thermoschutz)

  • Das Problem: Wenn du lange Zeit intensiv arbeitest, werden Motor und Akku heiß.
  • Die Folge: Ein Temperatursensor schaltet das Gerät ab, damit die Wicklungen des Motors nicht schmelzen oder die Akkuzellen beschädigt werden.
  • Lösung: Gerät abkühlen lassen. Lüftungsschlitze am Gehäuse auf Staub prüfen und ggf. ausblasen.

4. Abgenutzte Kohlebürsten (bei älteren Modellen)

Wenn dein Akkuschrauber keinen „Brushless“ (bürstenlosen) Motor hat, besitzt er Kohlebürsten, die den Strom auf den Anker übertragen.

  • Das Problem: Wenn diese Bürsten abgenutzt sind, ist der Kontakt schlecht. Unter Last entstehen Funken (Bürstenfeuer), und der Strom kann nicht mehr ausreichend fließen.
  • Die Folge: Kraftverlust und oft ein brenzliger Geruch oder sichtbare Funken durch die Lüftungsschlitze.
  • Lösung: Kohlebürsten austauschen (falls beim Modell möglich).

5. Mechanische Probleme / Getriebe

  • Das Problem: Die Drehmomenteinstellung (der Ring mit den Zahlen) könnte falsch eingestellt sein oder überspringen. Auch das Getriebe kann verschleißen.
  • Die Folge: Der Motor dreht zwar noch schnell, aber die Kraft kommt nicht mehr beim Bohrfutter an. Es rattert oft metallisch.
  • Lösung: Drehmomentring auf die Stufe „Bohren“ (Bohrer-Symbol) stellen, um die Rutschkupplung zu deaktivieren. Wenn es dann immer noch rutscht, ist das Getriebe defekt.

6. Defekte Akkuzelle

Ein Akku-Pack besteht aus mehreren Einzelzellen.

  • Das Problem: Wenn nur eine einzige Zelle im Pack defekt ist, kann sie bei Belastung nicht mehr genug Strom liefern. Die Gesamtspannung bricht zusammen.
  • Lösung: Teste das Gerät mit einem anderen (neuen) Akku. Wenn es dann funktioniert, ist der alte Akku reif für das Recycling.

Zusammenfassend: Meistens liegt es an einem altersschwachen Akku oder der Wahl des falschen Gangs. Schalte bei schweren Arbeiten in den ersten Gang und probiere einen frischen Akku aus.

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