Warum überhitzt ein Akkuschrauber bei längerer Nutzung?

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Das Überhitzen eines Akkuschraubers bei längerer oder intensiver Nutzung ist ein physikalisches Phänomen, das auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. Hier sind die Hauptgründe:

1. Elektrischer Widerstand (Stromwärme)

Im Inneren des Motors befinden sich Kupferwicklungen. Wenn Strom durch diese Drähte fließt, entsteht aufgrund des elektrischen Widerstands Wärme (der sogenannte Ohmsche Widerstand).

  • Hohe Last = Viel Strom: Wenn du hartes Holz bohrst oder große Schrauben eindrehst, muss der Motor mehr Kraft aufwenden. Er zieht mehr Strom aus dem Akku, wodurch die Wicklungen deutlich heißer werden.

2. Mechanische Reibung

Ein Akkuschrauber besteht aus vielen beweglichen Teilen:

  • Getriebe: Die Zahnräder im Inneren reiben aneinander. Obwohl sie geschmiert sind, entsteht bei dauerhafter Bewegung Reibungswärme.
  • Lager: Auch die Kugellager oder Gleitlager erwärmen sich bei hohen Drehzahlen.

3. Bürstenfeuer (bei Motoren mit Kohlebürsten)

Ältere oder günstigere Modelle haben „bürstenbehaftete“ Motoren. Hier schleifen Kohlebürsten auf einem rotierenden Kommutator, um den Strom zu übertragen.

  • Dabei entsteht Reibung und kleine Lichtbögen (Bürstenfeuer), die sehr viel Hitze erzeugen.
  • Hinweis: Moderne „Brushless“ (bürstenlose) Motoren sind effizienter und werden weniger heiß, da diese Reibungsquelle wegfällt.

4. Der Akku selbst

Nicht nur der Motor wird warm, sondern auch der Akku. Bei der chemischen Reaktion im Inneren der Akkuzellen, die den Strom freisetzt, entsteht durch den internen Widerstand Wärme. Wenn der Akku sehr schnell entladen wird (bei hoher Belastung), kann er sich stark aufheizen.

5. Unzureichende Kühlung

Die meisten Akkuschrauber haben ein eingebautes Lüfterrad auf der Motorwelle, das Luft durch das Gehäuse saugt.

  • Niedrige Drehzahl bei hoher Last: Wenn du den Schrauber mit sehr niedriger Drehzahl, aber unter großer Kraftanstrengung benutzt, dreht sich auch der Lüfter zu langsam, um die entstehende Hitze abzuführen.
  • Verstopfte Lüftungsschlitze: Staub und Dreck können die Schlitze blockieren, was den Luftstrom behindert.

Was passiert, wenn er zu heiß wird?

  • Leistungsabfall: Viele moderne Geräte haben einen Überhitzungsschutz und schalten automatisch ab.
  • Verschleiß: Extreme Hitze kann die Isolierung der Kupferdrähte schmelzen lassen (Kurzschlussgefahr) oder die Schmiermittel im Getriebe verflüssigen, sodass sie auslaufen.
  • Akkuschaden: Hitze ist der größte Feind von Lithium-Ionen-Akkus und verkürzt deren Lebensdauer massiv.

Tipps gegen Überhitzung:

  1. Pausen gönnen: Lass das Gerät abkühlen, wenn das Gehäuse unangenehm heiß wird.
  2. Drehzahl nutzen: Wenn du merkst, dass der Motor kämpft, schalte (wenn möglich) in den ersten Gang (mehr Drehmoment) oder sorge dafür, dass der Motor zwischendurch kurz im Leerlauf auf hoher Drehzahl dreht, damit der Lüfter kühle Luft durchpustet.
  3. Lüftungsschlitze freihalten: Achte darauf, die Schlitze während der Arbeit nicht mit der Hand abzudecken.
  4. Scharfes Werkzeug: Stumpfe Bohrer erhöhen den Widerstand und damit die Hitzeentwicklung.
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