Wie vermeidet man schmerzhafte Quetschungen der Handfläche bei der Nutzung von Zangen ohne Klemmschutz?
Schmerzhafte Quetschungen der Handfläche (oft „Zangenbiss“ genannt) treten meist dann auf, wenn die Griffe einer Zange – besonders bei alten Wasserpumpenzangen – beim Abrutschen oder bei starkem Druck komplett zusammenschlagen.
Hier sind die besten Strategien, um dies bei Werkzeugen ohne integrierten Klemmschutz zu vermeiden:
1. Die richtige Grifftechnik (Wichtigster Punkt)
- Nicht am Griffende greifen: Fassen Sie die Zange nicht ganz am äußeren Ende der Schenkel an. Wenn Sie weiter oben (Richtung Gelenk) greifen, ist der Hebel zwar etwas schlechter, aber die Handfläche befindet sich nicht in der „Gefahrenzone“, in der die Griffenden aufeinandertreffen.
- Finger außen lassen: Achten Sie aktiv darauf, dass kein Finger oder der Handballen zwischen den Innenseiten der Griffe liegt. Umschließen Sie die Griffe so, dass Ihre Handfläche auf der Außenseite eines Schenkels ruht.
- Zange ziehen, nicht drücken: Wenn möglich, sollten Sie die Zange so ansetzen, dass Sie sie zu sich heranziehen. Beim Drücken rutscht man eher ab und die Hand schnappt in die Zange hinein.
2. Korrekte Einstellung (bei Wasserpumpenzangen)
- Maulweite anpassen: Stellen Sie die Zange so ein, dass die Griffe im belasteten Zustand (wenn die Zange das Werkstück festgreift) noch einen deutlichen Abstand zueinander haben (idealerweise so, dass sie etwa parallel stehen). Wenn die Griffe bereits beim Ansetzen fast geschlossen sind, ist die Gefahr einer Quetschung bei Belastung extrem hoch.
3. Einsatz von Arbeitshandschuhen
- Polsterung: Dicke Leder-Arbeitshandschuhe wirken wie ein Puffer. Sie verhindern zwar nicht das Zusammenschlagen der Griffe, absorbieren aber den Großteil der Energie und verhindern, dass die Haut direkt eingequetscht wird.
4. Provisorischer mechanischer „Stopper“ (DIY-Lösung)
Wenn Sie das Werkzeug dauerhaft sicherer machen wollen, können Sie selbst einen Klemmschutz improvisieren:
- Gummipuffer: Kleben Sie ein kleines Stück festen Gummi oder einen dicken Filzgleiter auf die Innenseite eines Griffs (nahe dem Bereich, wo sie zusammenstoßen). Dies verhindert, dass die Griffe komplett schließen.
- Isolierband-Wulst: Wickeln Sie mehrere Schichten Isolierband oder Gewebeband um eine Stelle des Griffs, um einen künstlichen Abstandshalter zu schaffen.
- Schlauchstücke: Schieben Sie ein Stück dicken Gartenschlauch oder Schrumpfschlauch über die Griffenden. Das vergrößert den Mindestabstand zwischen den Metallteilen.
5. Die „Zweihand-Regel“ bei hohem Kraftaufwand
- Wenn Sie extrem viel Kraft aufwenden müssen, greifen Sie mit einer Hand oben am Gelenk (um die Zange zu führen) und mit der anderen Hand am unteren Schenkel. So vermeiden Sie, dass die Handfläche zwischen beide Schenkel gerät, wenn das Werkstück nachgibt.
Langfristige Empfehlung:
Falls Sie häufig mit Zangen arbeiten, lohnt sich die Investition in moderne Modelle (z. B. Knipex Cobra oder ähnliche). Diese haben einen konstruktionsbedingten Klemmschutz, der sicherstellt, dass zwischen den Griffen immer ein Spalt von ca. 1–2 cm bleibt, egal wie weit die Zange geschlossen wird. Das spart auf Dauer Pflaster und Schmerzen.