Warum verfügen viele Akkuschrauber über ein Zweigang-Getriebe?

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Ein Zweigang-Getriebe bei einem Akkuschrauber erfüllt eine ähnliche Funktion wie die Gangschaltung bei einem Fahrrad oder einem Auto: Es passt das Verhältnis zwischen Drehmoment (Kraft) und Drehzahl (Geschwindigkeit) an die jeweilige Aufgabe an.

Hier sind die Hauptgründe im Detail:

1. Die physikalische Goldene Regel der Mechanik

Ein Elektromotor hat eine begrenzte Leistung. Um unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen, muss man entscheiden, wie diese Leistung genutzt wird:

  • Viel Kraft, wenig Geschwindigkeit (1. Gang)
  • Wenig Kraft, viel Geschwindigkeit (2. Gang)

2. Der 1. Gang: Hohes Drehmoment (Kraftpaket)

Im ersten Gang ist die Übersetzung so gewählt, dass der Bohrkopf sich langsam dreht, aber eine enorme Kraft (Drehmoment) entwickelt.

  • Wofür? Zum Eindrehen von großen, langen Schrauben in hartes Holz oder zum Bohren von Löchern mit großem Durchmesser (z. B. mit einem Forstnerbohrer).
  • Vorteil: Der Motor überhitzt nicht so schnell, da er durch die Übersetzung mechanisch unterstützt wird. Man hat zudem mehr Kontrolle beim präzisen Versenken von Schrauben.

3. Der 2. Gang: Hohe Drehzahl (Schnelläufer)

Im zweiten Gang dreht sich der Bohrkopf sehr schnell, hat aber weniger Kraft. Wenn man hier auf zu viel Widerstand stößt, bleibt der Motor stehen (oder die Rutschkupplung löst aus).

  • Wofür? Zum Bohren von kleinen Löchern (in Holz oder Metall) oder zum schnellen Eindrehen von vielen kleinen Schrauben.
  • Vorteil: Beim Bohren ist eine hohe Geschwindigkeit wichtig, um einen sauberen Materialabtrag zu gewährleisten und den Bohrer effizient durch das Material zu führen. Ein kleiner Bohrer im ersten Gang würde das Holz eher "zerquetschen" als schneiden und der Fortschritt wäre extrem langsam.

4. Schutz des Geräts

Durch die Wahl des richtigen Ganges wird der Motor im optimalen Lastbereich betrieben. Würde man versuchen, eine 10-cm-Schraube im zweiten Gang einzudrehen, müsste der Motor einen sehr hohen Strom ziehen, was zu starker Hitzeentwicklung führt und den Akku sowie die Wicklungen des Motors schädigen kann.

Zusammenfassung der Nutzung:

  • 1. Gang: Schrauben (generell) und Bohren mit großen Durchmessern.
  • 2. Gang: Bohren (kleine bis mittlere Durchmesser) und sehr kleine Schrauben in weichem Material.

Tipp: Wenn der Akkuschrauber im 2. Gang beim Schrauben "schlappmacht" oder stecken bleibt, sollte man nicht erzwingen weiterzudrücken, sondern einfach in den 1. Gang herunterschalten.

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