Wie löst man ein festsitzendes Bohrfutter am Akkuschrauber?
Ein festsitzendes Bohrfutter ist ärgerlich, aber meistens mit ein paar Tricks und etwas Hebelwirkung lösbar. Je nachdem, ob sich nur die Spannbacken nicht mehr öffnen lassen oder ob du das komplette Bohrfutter abmontieren willst, gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen.
Hier sind die effektivsten Methoden:
1. Die "Inbusschlüssel-Methode" (Der Klassiker)
Dies ist die gängigste Methode, um ein Bohrfutter zu lösen, das fest auf der Spindel sitzt.
- Inbusschlüssel einspannen: Nimm einen möglichst großen Inbusschlüssel (L-Form) und spanne die kurze Seite fest im Bohrfutter ein.
- Gang wählen: Stelle den Akkuschrauber auf den niedrigsten Gang (höchstes Drehmoment) und (falls vorhanden) in den Bohr-Modus (nicht Schlagbohren).
- Positionierung: Lege den Akkuschrauber flach auf eine stabile Werkbank. Der Inbusschlüssel sollte so stehen, dass er nach oben zeigt oder leicht schräg ist.
- Der Schlag: Schlage mit einem Gummihammer (oder einem Hammer und einem Stück Holz dazwischen) kräftig und ruckartig gegen das lange Ende des Inbusschlüssels – und zwar gegen den Uhrzeigersinn (Linksdrehung), um das Futter zu lösen.
- Hinweis: Der Ruck ist entscheidend, um den Widerstand zu brechen.
2. Die Sicherungsschraube im Inneren (Wichtig!)
Bevor du versuchst, das ganze Futter abzudrehen, prüfe, ob es mit einer Schraube gesichert ist.
- Öffne die Spannbacken so weit wie möglich.
- Leuchte mit einer Taschenlampe hinein. Siehst du am Boden eine Schraube (Schlitz, Kreuz oder Torx)?
- Achtung Linksgewinde: Diese Sicherungsschraube hat fast immer ein Linksgewinde. Das bedeutet: Du musst sie im Uhrzeigersinn drehen, um sie zu lösen!
- Entferne erst diese Schraube, bevor du mit Methode 1 weitermachst.
3. Wenn die Spannbacken klemmen (Bohrer geht nicht raus)
Wenn das Futter sich einfach nicht mehr drehen lässt, um einen Bohrer zu lösen:
- Kriechöl (WD-40): Sprühe großzügig WD-40 oder einen anderen Rostlöser in die Zwischenräume der Spannbacken und oben in die Öffnung. Lass es 15–30 Minuten einwirken.
- Leichte Schläge: Klopfe mit einem kleinen Hammer rundherum leicht gegen das Gehäuse des Bohrfutters. Die Vibrationen lösen oft festsitzenden Staub oder Metallspäne.
- Rohrzange: Wenn du das Futter nicht mehr mit der Hand drehen kannst, nimm eine Rohrzange. Wichtig: Lege einen alten Lederlappen oder ein dickes Stück Gummi um das Futter, um die Riffelung nicht zu beschädigen.
4. Hitze (Ultima Ratio)
Wenn gar nichts mehr hilft, kann Hitze helfen, da sich Metall bei Erwärmung ausdehnt.
- Erwärme das Bohrfutter vorsichtig mit einem Heißluftföhn. (Nicht zu heiß, sonst schmelzen die Kunststoffteile des Gehäuses oder das Fett im Inneren läuft aus).
- Versuche dann erneut die Inbusschlüssel-Methode.
5. Vorbeugung für das nächste Mal
- Reinigung: Puste das Bohrfutter regelmäßig mit Druckluft aus, um Staub zu entfernen.
- Pflege: Ein kleiner Tropfen Öl gelegentlich wirkt Wunder.
- Nicht überdrehen: Ziehe das Bohrfutter nicht mit roher Gewalt fest, besonders bei Schnellspannbohrfuttern reicht oft ein kurzes "Knacken".
Sicherheitshinweis: Nimm bei all diesen Arbeiten unbedingt den Akku aus dem Gerät, damit der Schrauber nicht versehentlich anläuft!