Was kann passieren, wenn man die Interdentalbürste mit zu viel Kraft in die Lücke drückt?

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Das Reinigen der Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten ist sehr wichtig für die Mundhygiene, aber Gewalt ist dabei kontraproduktiv. Wenn du die Bürste mit zu viel Kraft in die Lücke drückst, können verschiedene negative Folgen auftreten:

1. Verletzungen des Zahnfleischs (Akut)

Das Zahnfleisch in den Zwischenräumen (die sogenannte Papille) ist sehr empfindlich. Zu viel Druck kann zu:

  • Schnittwunden und Reizungen: Der Metalldraht der Bürste kann das Gewebe verletzen.
  • Blutungen: Häufiges starkes Drücken führt zu punktuellen Blutungen, die über das normale Maß (das bei Entzündungen anfangs vorkommen kann) hinausgehen.

2. Zahnfleischrückgang (Langfristig)

Wenn du das Zahnfleisch chronisch durch zu viel Druck traumatisierst, kann es sich zurückziehen.

  • Verlust der Papille: Die kleinen „Dreiecke“ aus Zahnfleisch zwischen den Zähnen verschwinden.
  • Schwarze Löcher: Es entstehen optisch unschöne dunkle Lücken zwischen den Zähnen, da das Gewebe nicht mehr nachwächst.

3. Beschädigung der Bürste und Verletzungsgefahr

Interdentalbürsten haben einen dünnen Metalldraht-Kern. Bei zu viel Kraft passiert Folgendes:

  • Verbiegen: Die Bürste wird instabil und lässt sich nicht mehr präzise führen.
  • Drahtbruch: Wenn der Draht durch das Hin-und-Her-Biegen (Materialermüdung) bricht, während er im Zwischenraum steckt, kann das Metallstück stecken bleiben oder das Zahnfleisch tief aufschlitzen.

4. Empfindliche Zahnhälse

An den Stellen, an denen die Zähne eng beieinanderstehen, ist der Zahnschmelz oft dünner oder gar nicht vorhanden (am Zahnhals).

  • Durch mechanische Überbeanspruchung mit dem Drahtkern kann die Zahnsubstanz angegriffen werden, was zu schmerzempfindlichen Zähnen (reagieren auf kalt/heiß) führen kann.

5. Entzündungen

Ironischerweise kann zu viel Kraft Entzündungen fördern. Wenn das Gewebe ständig verletzt wird, haben Bakterien es leichter, in die Wunden einzudringen, was zu einer lokalen Zahnfleischentzündung führt.


Was ist richtig?

  • Widerstand beachten: Die Bürste sollte mit einem leichten, sanften Widerstand durch die Lücke gleiten. Wenn sie stecken bleibt, ist sie zu groß.
  • Größe anpassen: Meistens benötigt man für verschiedene Zwischenräume unterschiedliche Bürstengrößen (z. B. eine dünne für die Schneidezähne und eine dickere für die Backenzähne).
  • Gleiten statt Stoßen: Führe die Bürste schräg am Zahnfleisch an und finde den „Eingang“. Sobald sie drin ist, bewege sie nur sanft vor und zurück.
  • Beschichtung: Achte auf Bürsten mit kunststoffummanteltem Draht, diese sind schonender für Implantate und empfindliche Zahnhälse.

Tipp: Wenn du unsicher bist, welche Größe die richtige ist, lass dich in deiner Zahnarztpraxis beraten. Die Prophylaxe-Assistentinnen können deine Zwischenräume ausmessen und dir genau zeigen, wie viel Druck nötig und gesund ist.

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