Warum brennen die Augen oft direkt nach dem Eintropfen von künstlichen Tränen?

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Es wirkt paradox: Man nutzt Augentropfen gegen gereizte Augen, und genau im Moment des Eintropfens brennen sie erst recht. Das ist jedoch ein bekanntes Phänomen, für das es mehrere wissenschaftliche und medizinische Gründe gibt.

Hier sind die häufigsten Ursachen:

1. Konservierungsstoffe (Der häufigste Grund)

Viele Augentropfen in Mehrdosis-Fläschchen enthalten Konservierungsstoffe (wie Benzalkoniumchlorid), um sie nach dem Öffnen haltbar zu machen.

  • Das Problem: Diese Stoffe können die Hornhautoberfläche angreifen und den ohnehin schon instabilen Tränenfilm stören. Bei empfindlichen Augen oder häufiger Anwendung führt das zu einem brennenden Gefühl.
  • Lösung: Umsteigen auf unkonservierte Einmaldosen (EDO) oder Fläschchen mit speziellen Ventil-Systemen (z. B. COMOD-System), die ohne Konservierung auskommen.

2. Unterschiedlicher pH-Wert oder Osmolarität

Die Tränenflüssigkeit des Menschen hat einen spezifischen pH-Wert (leicht basisch, etwa 7,4) und einen bestimmten Salzgehalt (Osmolarität).

  • Das Problem: Wenn die künstlichen Tränen einen deutlich anderen pH-Wert haben oder die Salzkonzentration nicht ideal auf das Auge abgestimmt ist, entsteht beim Kontakt ein kurzer „Schock“ für die Zellen der Augenoberfläche, was als Brennen wahrgenommen wird.
  • Hypotone Tropfen: Bei extrem trockenen Augen ist die körpereigene Tränenflüssigkeit oft zu salzig. Viele Tropfen sind deshalb „hypoton“ (salzarm), um dies auszugleichen. Der Ausgleichsprozess selbst kann sich kurzzeitig als Brennen bemerkbar machen.

3. Die „offene Wunde“ (Entzündete Augenoberfläche)

Wenn Augen chronisch trocken sind (Sicca-Syndrom), entstehen oft mikroskopisch kleine Verletzungen oder Entzündungen auf der Horn- und Bindehaut.

  • Das Problem: Die Nervenenden liegen dadurch quasi „blank“. Sobald eine Flüssigkeit darauf trifft – egal wie gut sie ist – reagieren die gereizten Nerven mit einem Schmerzsignal. Das ist vergleichbar mit dem Auftragen von Feuchtigkeitscreme auf eine sehr rissige, trockene Hautpartie.

4. Unverträglichkeit gegenüber Inhaltsstoffen

Künstliche Tränen enthalten Polymere oder Filmbildner (wie Hyaluronsäure, Carbomer oder Povidon), die das Auge feucht halten sollen.

  • Das Problem: Man kann gegen jeden dieser Stoffe eine individuelle Unverträglichkeit oder sogar eine leichte Allergie entwickeln. Wenn das Brennen nicht nach wenigen Sekunden nachlässt, sondern anhält oder das Auge rötet, liegt oft eine Unverträglichkeit vor.

5. Viskosität (Zähflüssigkeit)

Gele oder sehr dickflüssige Tropfen bleiben länger am Auge, können aber beim ersten Kontakt ein Fremdkörpergefühl oder ein kurzes Brennen verursachen, bis sie sich durch das Blinzeln gleichmäßig verteilt haben.

Was kann man tun?

  1. Konservierungsmittelfreie Produkte wählen: Dies löst das Problem in den meisten Fällen.
  2. Wirkstoff wechseln: Wenn Tropfen mit Hyaluronsäure brennen, helfen vielleicht Produkte mit Hypromellose oder Lipiden.
  3. Temperatur: Manche empfinden es als angenehmer, die Tropfen bei Zimmertemperatur zu verwenden, andere bevorzugen sie kühl (aus dem Kühlschrank) wegen des lindernden Effekts.
  4. Augenarzt aufsuchen: Wenn das Brennen jedes Mal stark ist oder die Augen dauerhaft gerötet sind, sollte ein Arzt klären, ob eine Entzündung der Lidkante oder eine schwere Benetzungsstörung vorliegt, die eine spezielle Therapie benötigt.

Kurz gesagt: Meistens brennen die Augen direkt nach dem Tropfen, weil das Auge bereits gereizt ist oder die Inhaltsstoffe (vor allem Konservierungsmittel) die empfindliche Oberfläche kurzzeitig stressen.

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