Bei welchen Symptomen sollten künstliche Tränen angewendet werden?
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Künstliche Tränen (Augentropfen zur Befeuchtung) werden primär eingesetzt, um die Symptome des „Trockenen Auges“ (Sicca-Syndrom) zu lindern. Dies geschieht entweder, weil das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder weil die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist und dieser zu schnell verdunstet.
Hier sind die typischen Symptome, bei denen künstliche Tränen helfen können:
1. Klassische Empfindungen
- Brennen: Ein stechendes oder brennendes Gefühl im Auge.
- Fremdkörpergefühl: Das Gefühl, als befände sich Sand oder ein Staubkorn im Auge („Sandkorn-Effekt“).
- Juckreiz: Ein ständiger Reiz, sich die Augen reiben zu wollen.
- Schmerzen: Leichte Schmerzen oder ein Druckgefühl bei Lidschlag.
2. Optische Veränderungen
- Rötungen: Die Augen wirken gereizt und die feinen Äderchen sind deutlich sichtbar.
- Verschwommenes Sehen: Besonders beim Lesen oder bei der Bildschirmarbeit kann die Sicht zeitweise unscharf werden (bessert sich oft kurzzeitig durch Blinzeln).
- Lichtempfindlichkeit: Blendempfindlichkeit gegenüber hellem Licht oder Autoscheinwerfern.
3. Paradoxe Symptome
- Tränende Augen: Das klingt widersprüchlich, ist aber ein häufiges Anzeichen für trockene Augen. Wenn die Qualität des Tränenfilms schlecht ist (zu wenig Fettschicht), verdunstet er schnell. Das Auge reagiert mit einer reflektorischen Überproduktion von wässrigen Tränen, die jedoch nicht am Auge haften bleiben.
4. Situative Auslöser (Wann die Anwendung sinnvoll ist)
- Bildschirmarbeit („Office Eye Syndrome“): Durch das starre Starren auf den Monitor blinzeln wir seltener (statt ca. 15-mal nur noch ca. 5-mal pro Minute), wodurch das Auge austrocknet.
- Umwelteinflüsse: Klimaanlagen, Heizungsluft, Wind, Tabakrauch oder Ozon.
- Kontaktlinsen: Wenn die Linsen kratzen oder sich „festgesaugt“ anfühlen.
- Nach Augen-OPs: (Nach Rücksprache mit dem Arzt) zur Unterstützung der Heilung.
Wichtige Hinweise zur Auswahl:
- Konservierungsmittel: Wenn Sie die Tropfen häufiger als 4-mal täglich anwenden, sollten Sie unbedingt konservierungsmittelfreie Produkte wählen (meist in Einmaldosen oder speziellen Flaschen wie dem COMOD-System), da Konservierungsstoffe die Augenoberfläche langfristig schädigen können.
- Viskosität (Dicke):
- Dünnflüssige Tropfen: Gut für tagsüber, da sie die Sicht kaum beeinträchtigen.
- Gele oder dickflüssige Tropfen: Befeuchten länger, können aber kurzzeitig die Sicht verschleiern (ideal für die Anwendung vor dem Schlafengehen).
- Hyaluronsäure: Achten Sie auf Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure, da diese Feuchtigkeit besonders gut bindet.
Wann sollten Sie zum Augenarzt?
Künstliche Tränen lindern nur die Symptome. Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn:
- Die Beschwerden trotz Tropfen nicht besser werden.
- Starke Schmerzen auftreten.
- Das Auge eitrig verklebt ist (Verdacht auf bakterielle Infektion).
- Sich die Sehschärfe dauerhaft verschlechtert.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Beratung.