Können bei der Einnahme von Reisekrankheit-Tabletten Sehstörungen wie verschwommenes Sehen auftreten?

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Ja, verschwommenes Sehen ist eine bekannte und relativ häufige Nebenwirkung vieler Medikamente gegen Reisekrankheit.

Hier ist die Erklärung, warum das passiert und worauf Sie achten sollten:

1. Warum passiert das? (Der Wirkmechanismus)

Die meisten frei verkäuflichen Reise-Tabletten enthalten Wirkstoffe aus der Gruppe der Antihistaminika der 1. Generation (wie Dimenhydrinat, bekannt in Mitteln wie Vomex oder Reisegold) oder Anticholinergika (wie Scopolamin, oft in Pflastern verwendet).

Diese Wirkstoffe beeinflussen das vegetative Nervensystem. Sie blockieren den Botenstoff Acetylcholin, der unter anderem für die Steuerung der Augenmuskulatur zuständig ist:

  • Akkommodationsstörung: Das Auge hat Schwierigkeiten, sich auf unterschiedliche Entfernungen (besonders im Nahbereich) einzustellen. Das Bild wirkt dadurch unscharf oder verschwommen.
  • Pupillenerweiterung: Die Pupillen können sich weiten, was zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen kann.

2. Wie lange hält das an?

In der Regel ist diese Nebenwirkung vorübergehend. Sobald der Wirkstoff vom Körper abgebaut wird (meist nach einigen Stunden bis zu einem Tag, je nach Präparat), normalisiert sich die Sicht wieder.

3. Wichtige Sicherheitshinweise

  • Teilnahme am Straßenverkehr: Wenn Sehstörungen auftreten, dürfen Sie kein Fahrzeug steuern und keine schweren Maschinen bedienen. Das Reaktionsvermögen und die Einschätzung von Abständen sind massiv beeinträchtigt.
  • Vorsicht bei Grünem Star (Glaukom): Personen mit einem Engwinkelglaukom sollten diese Medikamente oft gar nicht oder nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen, da sie den Augeninnendruck gefährlich erhöhen können.
  • Trockene Augen: Die Medikamente können auch die Tränenproduktion verringern, was das Fremdkörpergefühl und die Unschärfe verstärken kann (besonders bei Kontaktlinsenträgern).

4. Was können Sie tun?

  • Dosierung prüfen: Oft treten Sehstörungen eher bei einer höheren Dosierung auf.
  • Alternativen suchen: Es gibt Präparate mit anderen Wirkstoffen (z. B. Ingwer-Extrakt bei leichter Übelkeit), die keine Auswirkungen auf die Sehkraft haben.
  • Arzt/Apotheker fragen: Wenn Sie die Sehstörungen als sehr belastend empfinden, fragen Sie nach einem Präparat mit weniger "anticholinergen" Nebenwirkungen (z. B. Cinnarizin, wobei auch hier Schläfrigkeit auftreten kann).

Fazit: Verschwommenes Sehen ist bei Reise-Tabletten systemimmanent und meist harmlos, erfordert aber Vorsicht im Alltag (kein Autofahren!). Sollten die Sehstörungen jedoch auch lange nach Absetzen des Medikaments anhalten oder mit starken Augenschmerzen einhergehen, sollten Sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen.

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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