Ab welcher täglichen Menge gilt der Verzehr von Lakritz als gesundheitlich bedenklich?

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Der entscheidende Inhaltsstoff in Lakritz, der bei übermäßigem Verzehr gesundheitlich bedenklich sein kann, ist das Glycyrrhizin (gewonnen aus der Süßholzwurzel).

Hier sind die Grenzwerte nach aktuellem wissenschaftlichem Stand (u. a. Bundesinstitut für Risikobewertung - BfR):

1. Die tägliche Höchstmenge (Glycyrrhizin)

Für einen gesunden Erwachsenen gilt ein täglicher Verzehr von bis zu 100 Milligramm Glycyrrhizin als medizinisch unbedenklich.

2. Was bedeutet das in Gramm Lakritz?

Da der Glycyrrhizingehalt je nach Produkt stark schwankt, lässt sich die Menge in Gramm nur schätzen:

  • Normales Lakritz: Herkömmliches Nasch-Lakritz enthält meist so viel Glycyrrhizin, dass die 100-mg-Grenze bereits bei etwa 50 bis 100 Gramm pro Tag erreicht sein kann.
  • Starklakritz: Produkte, die als „Starklakritz“ gekennzeichnet sind (in Deutschland Pflicht ab 200 mg Glycyrrhizin pro 100 g Produkt), können den Grenzwert schon bei weniger als 25 bis 50 Gramm überschreiten.

3. Warum ist zu viel Lakritz gefährlich?

Glycyrrhizin greift in den Mineralstoffwechsel des Körpers ein. Es führt dazu, dass die Niere vermehrt Kalium ausscheidet und Natrium sowie Wasser zurückhält. Mögliche Folgen sind:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Herzrhythmusstörungen (durch Kaliummangel)
  • Muskelschwäche

4. Besondere Risikogruppen

Bestimmte Personen sollten deutlich vorsichtiger sein oder ganz auf Lakritz verzichten:

  • Menschen mit Bluthochdruck: Hier können schon kleine Mengen den Druck gefährlich steigern.
  • Herz-Kreislauf-Patienten: Das Risiko für Herzrhythmusstörungen ist erhöht.
  • Schwangere: Studien deuten darauf hin, dass hoher Lakritzverzehr während der Schwangerschaft die geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen und das Risiko für Frühgeburten erhöhen kann.
  • Menschen mit Nierenerkrankungen oder Diabetes.

5. Kennzeichnung in Deutschland

Achten Sie auf die Hinweise auf der Verpackung:

  • „enthält Süßholz“: Standardhinweis.
  • „Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“: Bei einem Gehalt von mehr als 200 mg Glycyrrhizin pro 100 g.
  • „Extra stark, Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“: Bei einem Gehalt von mehr als 400 mg pro 100 g.

Fazit: Wenn Sie gesund sind, ist eine Handvoll Lakritz (ca. 50g) am Tag in der Regel unproblematisch. Werden jedoch regelmäßig größere Mengen konsumiert, riskieren Sie gesundheitliche Folgen.

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