Welche Herzprobleme können durch den übermäßigen Genuss von Lakritz ausgelöst werden?

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Der übermäßige Verzehr von Lakritz kann ernsthafte Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Die Ursache hierfür ist der Inhaltsstoff Glycyrrhizin, der aus der Süßholzwurzel gewonnen wird.

Hier sind die spezifischen Herzprobleme und Mechanismen, die durch zu viel Lakritz ausgelöst werden können:

1. Bluthochdruck (Hypertonie)

Dies ist die häufigste Nebenwirkung. Glycyrrhizin beeinflusst den Hormonhaushalt der Nieren. Es sorgt dafür, dass das Hormon Cortisol nicht richtig abgebaut wird. Cortisol wirkt in hohen Konzentrationen wie das Hormon Aldosteron:

  • Der Körper hält verstärkt Natrium und Wasser zurück.
  • Dadurch steigt das Blutvolumen und in der Folge der Blutdruck.
  • Chronischer Bluthochdruck belastet das Herz direkt und erhöht das Risiko für Herzinfarkte.

2. Herzrhythmusstörungen

Durch die hormonelle Veränderung scheidet die Niere verstärkt Kalium aus. Es kommt zu einem Kaliummangel (Hypokaliämie). Kalium ist jedoch lebenswichtig für die elektrische Reizleitung im Herzen. Ein Mangel kann führen zu:

  • Extrasystolen (Herzstolpern).
  • Vorhofflimmern.
  • In schweren Fällen zu lebensbedrohlichen ventrikulären Tachykardien (Rasen der Herzkammern).

3. Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Die Kombination aus hohem Blutdruck und Wasseransammlungen im Körper (Ödeme) kann ein bereits geschwächtes Herz überfordern. Das Herz muss gegen einen höheren Widerstand anpumpen, während das erhöhte Flüssigkeitsvolumen die Herzkammern dehnt. Dies kann eine bestehende Herzschwäche akut verschlimmern.

4. Herzstillstand

In extremen Fällen kann ein durch Lakritz ausgelöster massiver Kaliummangel so schwerwiegend sein, dass die elektrische Aktivität des Herzens komplett gestört wird, was zu einem plötzlichen Herzstillstand führen kann.


Wer ist besonders gefährdet?

  • Menschen über 40: Studien zeigen, dass diese Altersgruppe empfindlicher auf Glycyrrhizin reagiert.
  • Personen mit Vorerkrankungen: Menschen, die bereits an Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Nierenerkrankungen leiden.
  • Medikamenten-Interaktionen: Wer Entwässerungsmittel (Diuretika) oder Herzmedikamente wie Digitalis (Digoxin) einnimmt, ist besonders gefährdet, da Lakritz die Wirkung dieser Medikamente gefährlich verstärken oder deren Nebenwirkungen verschlimmern kann.

Wie viel ist zu viel?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfehlen:

  • Nicht mehr als 100 Milligramm Glycyrrhizin pro Tag dauerhaft zu konsumieren.
  • Das entspricht etwa 50 bis 100 Gramm normalem Lakritz (je nach Konzentration).
  • Vorsicht bei "Starklakritz": In Deutschland muss Lakritz mit einem Glycyrrhizingehalt von über 200 mg pro 100 g als „Starklakritz“ gekennzeichnet sein. Hier können schon deutlich kleinere Mengen problematisch sein.

Fazit: Gelegentlicher Genuss kleiner Mengen ist für gesunde Menschen meist unbedenklich. Wer jedoch täglich große Mengen Lakritz isst und Symptome wie Herzklopfen, Muskelschwäche oder hohen Blutdruck bemerkt, sollte den Konsum sofort stoppen und einen Arzt aufsuchen.

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