Kann der Verzehr einer Mohnschnecke zu einem positiven Drogentest auf Opiate führen?

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Ja, das ist tatsächlich möglich. Der Verzehr einer Mohnschnecke oder anderer mohnhaltiger Lebensmittel (wie Mohnbrötchen, Mohnkuchen oder Germknödel) kann bei einem herkömmlichen Drogentest (meist Urinschnelltests) zu einem positiven Ergebnis auf Opiate führen.

Hier sind die wichtigsten Fakten dazu:

1. Warum passiert das?

Mohnsamen werden aus der Kapsel des Schlafmohns (Papaver somniferum) gewonnen. Obwohl die Samen selbst fast keine Alkaloide enthalten, können sie während der Ernte mit dem milchigen Saft der Kapsel in Kontakt kommen. Dieser Saft enthält Morphin und Codein. Je nach Erntemethode und Reinigung der Samen können erhebliche Rückstände dieser Opiate an den Samen haften bleiben.

2. Wie empfindlich sind die Tests?

Drogenschnelltests (Urin-Sticks) reagieren auf die Stoffgruppe der Opiate. Diese Tests haben einen sogenannten „Cut-off-Wert“ (einen Schwellenwert).

  • Da Mohnsamen echtes Morphin enthalten, erkennt der Test dieses korrekt an – er kann jedoch nicht unterscheiden, ob das Morphin von Heroin, einem Medikament oder eben von einer Mohnschnecke stammt.
  • Schon der Verzehr von ein bis zwei mohnreichen Gebäckstücken kann ausreichen, um den Schwellenwert zu überschreiten.

3. Wie lange ist das nachweisbar?

Die Opiate aus dem Mohn sind in der Regel etwa 24 bis 48 Stunden nach dem Verzehr im Urin nachweisbar.

4. Was bedeutet das in der Praxis?

  • Polizeikontrolle/Arbeitsplatz: Wenn ein Schnelltest positiv anschlägt, wird meist eine Blutprobe entnommen oder der Urin im Labor genauer untersucht.
  • Laboruntersuchung (GC-MS): In einem spezialisierten Labor kann man oft unterscheiden, ob Drogen konsumiert wurden. Beispielsweise suchen Labore bei Verdacht auf Heroinkonsum nach dem Stoff 6-Monoacetylmorphin, der in Mohn nicht vorkommt. Zudem ist das Verhältnis von Morphin zu Codein bei Mohnkonsum oft charakteristisch.
  • Grenzwerte: Um „falsch-positive“ Ergebnisse durch Mohn zu vermeiden, wurden die Grenzwerte in manchen Bereichen (z. B. bei Drogentests am Arbeitsplatz in den USA) angehoben. In Deutschland verlassen sich Behörden bei einem positiven Schnelltest ohnehin auf die genauere Laboranalyse.

Empfehlung

Wenn Sie wissen, dass ein wichtiger Drogentest ansteht (z. B. für eine MPU, eine Einstellungssuchuntersuchung oder im Rahmen einer Therapie), sollten Sie 3 Tage vorher auf mohnhaltige Lebensmittel verzichten, um unnötigen Erklärungsbedarf und Stress zu vermeiden.

Interessanter Fakt: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät sogar dazu, den Mohnverzehr generell in Maßen zu halten, da die Morphingehalte je nach Mohnsorte stark schwanken können und in seltenen Fällen sogar eine leichte sedative (beruhigende) Wirkung auftreten kann.

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