Wie kann ich Remote Desktop-Verbindungen per Gruppenrichtlinie verwalten?

Melden
  1. Einleitung
  2. Voraussetzungen
  3. Gruppenrichtlinie öffnen und neues GPO erstellen
  4. Remote Desktop aktivieren und konfigurieren
  5. Sicherheits- und Zugriffseinstellungen festlegen
  6. Firewall für Remote Desktop konfigurieren
  7. Verteilen und Überprüfen der Gruppenrichtlinie
  8. Fazit

Einleitung

Remote Desktop ist eine essenzielle Funktion in Windows-Umgebungen, die es Administratoren und Benutzern ermöglicht, sich remote mit einem anderen Computer zu verbinden. Um die Nutzung von Remote Desktop-Verbindungen zentral und effizient zu steuern, bietet sich die Verwendung von Gruppenrichtlinien (Group Policy Objects, GPO) an. Mit Gruppenrichtlinien können Administratoren Einstellungen für Benutzer und Computer in einer Active Directory-Domäne einheitlich konfigurieren und durchsetzen.

Voraussetzungen

Um Remote Desktop-Verbindungen mittels Gruppenrichtlinien verwalten zu können, benötigen Sie Zugriff auf einen Domänencontroller, auf dem die Gruppenrichtlinienverwaltungskonsole (GPMC) installiert ist. Außerdem sollten Sie über administrative Rechte verfügen, um neue Gruppenrichtlinienobjekte zu erstellen oder bestehende zu bearbeiten. Die Zielcomputer müssen Teil der Active Directory-Domäne sein und die Gruppenrichtlinie übernehmen können.

Gruppenrichtlinie öffnen und neues GPO erstellen

Starten Sie die Gruppenrichtlinienverwaltungskonsole (GPMC) auf Ihrem Domänencontroller oder einem entsprechenden Management-Rechner. Navigieren Sie zu der Organisationseinheit (OU) oder Domäne, auf die die Einstellungen angewendet werden sollen. Erstellen Sie anschließend ein neues Gruppenrichtlinienobjekt, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die gewünschte OU oder Domäne klicken und Neues Gruppenrichtlinienobjekt erstellen wählen. Geben Sie dem GPO einen aussagekräftigen Namen, etwa Remote Desktop Verwaltung.

Remote Desktop aktivieren und konfigurieren

Öffnen Sie das neu erstellte GPO zur Bearbeitung. Um Remote Desktop zu aktivieren, navigieren Sie im Editor für Gruppenrichtlinien zu Computerkonfiguration → Richtlinien → Administrative Vorlagen → Windows-Komponenten → Remote Desktop-Dienste → Remote Desktop-Sitzungshost → Verbindungen. Hier finden Sie mehrere relevante Einstellungen. Beispielsweise können Sie Remoteverbindungen mit diesem Computer zulassen aktivieren, um Remote Desktop zu erlauben. Zusätzlich kann die Authentifizierungsebene für Remoteverbindungen festgelegt werden, um die Sicherheit zu erhöhen.

Sicherheits- und Zugriffseinstellungen festlegen

Um zu steuern, welche Benutzer Remote Desktop-Verbindungen herstellen dürfen, können Sie entweder lokale Benutzergruppen auf den Zielcomputern anpassen oder entsprechende Sicherheitsfilter in der Gruppenrichtlinie setzen. Das Einrichten der Gruppe Remote Desktop-Benutzer auf den Client-Systemen wird oft über ein Startskript oder separate Richtlinieneinstellungen gehandhabt. Außerdem ist es möglich, Einstellungen wie maximale Sitzungsdauer oder automatische Abmeldung bei Inaktivität über weitere Gruppenrichtlinienparameter zu konfigurieren, um den Ressourcenverbrauch und die Sicherheit zu optimieren.

Firewall für Remote Desktop konfigurieren

Damit Remote Desktop-Verbindungen auch erfolgreich durchkommen, muss die Windows-Firewall entsprechend konfiguriert sein. Innerhalb der Gruppenrichtlinie können Sie unter Computerkonfiguration → Richtlinien → Windows-Einstellungen → Sicherheitseinstellungen → Windows Defender Firewall mit erweiterter Sicherheit Regeln hinzufügen oder bearbeiten. Hier wird eine eingehende Regel für den Port 3389 (Standardport von RDP) aktiviert, um Remote Desktop-Anfragen zuzulassen.

Verteilen und Überprüfen der Gruppenrichtlinie

Nachdem Sie alle gewünschten Einstellungen vorgenommen haben, ist es wichtig, die Gruppenrichtlinie auf die Zielcomputer anzuwenden. Diese beziehen standardmäßig alle 90 Minuten aktualisierte Richtlinien, alternativ können Sie diese per Befehl gpupdate /force auf den Clientrechnern schneller erzwingen. Zur Kontrolle können Sie auf einem Zielsystem gpresult /r ausführen, um zu prüfen, ob das GPO angewendet wurde. Außerdem sollte eine Testverbindung per Remote Desktop erfolgen, um sicherzustellen, dass die Einstellungen wie gewünscht greifen.

Fazit

Die Verwaltung von Remote Desktop-Verbindungen über Gruppenrichtlinien ermöglicht eine zentrale und skalierbare Steuerung der Remotezugriffe in einer Windows-Domäne. Durch die gezielte Aktivierung, Konfiguration und Absicherung von Remote Desktop-Diensten kann ein sicheres und produktives Umfeld geschaffen werden. Dabei unterstützt die Kombination aus Gruppenrichtlinien und Firewall-Regeln eine durchdachte Zugriffskontrolle und erhöht die IT-Sicherheit insgesamt.

0

Kommentare