Wie aktiviere ich in Termux WLAN- oder Netzwerkzugriff für bestimmte Anwendungen?

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  1. Einleitung
  2. Wie funktioniert Netzwerkzugriff in Termux?
  3. Netzwerkzugriff einschränken oder auf bestimmte Anwendungen beschränken
  4. Netzwerkzugriff steuern durch separate Sessions oder User
  5. Fazit

Einleitung

Termux ist eine leistungsfähige Terminal-App für Android, die eine Linux-Umgebung bereitstellt. Standardmäßig hat Termux Zugriff auf das Netzwerk des Geräts, inklusive WLAN, mobilen Daten und andere Netzwerkverbindungen, sofern die App selbst die nötigen Berechtigungen hat. Wenn es darum geht, bestimmten Anwendungen (Programmen, Skripten oder Packages) innerhalb von Termux gezielt den Netzwerkzugriff zu gewähren oder einzuschränken, gibt es jedoch keine direkte, von Haus aus integrierte Option.

Wie funktioniert Netzwerkzugriff in Termux?

Da Termux innerhalb des Android-Systems läuft, hängt der Netzwerkzugriff von den Android-Berechtigungen ab. Die Termux-App muss die Netzwerkzugriffserlaubnis (Internet-Berechtigung) haben, was üblicherweise standardmäßig der Fall ist. Innerhalb der Termux-Session können alle Anwendungen, die über Termux gestartet werden, somit Netzwerkzugang nutzen. Es gibt keine native Möglichkeit in Termux, einzelne Programme oder Skripte isoliert vom Netzwerkzugang zu trennen oder zu erlauben.

Netzwerkzugriff einschränken oder auf bestimmte Anwendungen beschränken

Wenn Sie den Netzwerkzugriff für bestimmte Anwendungen innerhalb von Termux beschränken möchten, müssen Sie auf zusätzliche Tools oder Workarounds zurückgreifen. Ein Ansatz ist die Nutzung von App-spezifischen Firewalls auf Android-Ebene. Dort können Sie beispielsweise festlegen, welche Apps auf das Netzwerk zugreifen dürfen. Dadurch können Sie jedoch nicht auf einzelne Prozesse innerhalb von Termux beschränkt werden, sondern nur auf die gesamte Termux-App.

Eine weitere Möglichkeit auf Linux-Ebene sind Tools wie iptables oder nftables, mit denen man Netzwerkregeln konfigurieren kann. Da Termux allerdings keine Root-Rechte hat (außer auf gerooteten Geräten), ist der Zugriff auf diese Systemtools eingeschränkt. Ohne Root können solche Netzwerkregeln nicht direkt gesetzt werden.

Für Geräte mit Root-Rechten können Sie über Terminal in Termux oder eine separate Terminal-App komplexe Firewall-Regeln erstellen, um Netzwerkverkehr gezielt auf Programme oder Ports zu filtern. Da aber Programme innerhalb von Termux in einer gemeinsamen Umgebung laufen, ist die gezielte Einschränkung auf einzelne Anwendungen innerhalb von Termux schwierig, da sie dieselbe UID teilen.

Netzwerkzugriff steuern durch separate Sessions oder User

Ein fortgeschrittener Ansatz besteht darin, mehrere Termux-Instanzen (z. B. durch die Nutzung von proot oder Containern) zu starten, um unterschiedliche Umgebungen voneinander abzugrenzen. Innerhalb dieser Umgebungen können Sie dann gezielt Netzwerkzugriffe testen. Kombiniert mit Firewall-Regeln auf der Android-Ebene (sofern verfügbar) kann man so den Zugriff besser kontrollieren.

Dieser Ansatz erfordert jedoch fortgeschrittene Kenntnisse und ist nicht trivial umzusetzen. Für die meisten Anwender ist es praktikabler, den Netzwerkzugriff über die Android-App-Berechtigungen zu steuern oder auf gerooteten Geräten Firewall-Apps wie AFWall+ zu nutzen.

Fazit

Termux selbst bietet keine direkte Möglichkeit, WLAN- oder Netzwerkzugriff für einzelne Programme innerhalb der App zu aktivieren oder zu deaktivieren. Netzwerkzugriffe sind auf Android-App-Ebene für die gesamte Termux-App geregelt. Um eine feingranulare Kontrolle zu erreichen, sind zusätzliche Maßnahmen notwendig, wie Root-Zugriff mit Firewall-Konfigurationen oder die Nutzung von virtuellen Umgebungen. Für den normalen Gebrauch sollten Sie sicherstellen, dass Termux die Internet-Berechtigung hat, um Netzwerkfunktionen uneingeschränkt zu nutzen.

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