Welche Berechtigungen benötigt Nmap für einen vollständigen Scan?
- Einleitung
- Benutzerrechte und Systemprivilegien
- Root- bzw. Administratorrechte
- Windows-Spezifika
- Zusätzliche Anforderungen für spezielle Scans
- Fazit
Einleitung
Nmap (Network Mapper) ist ein weit verbreitetes Netzwerkscanning-Tool, das zur Erkennung von Hosts, Diensten und Sicherheitslücken in Netzwerken eingesetzt wird. Damit Nmap effektiv und umfassend arbeiten kann, sind je nach Art des Scans unterschiedliche Berechtigungen erforderlich. Im Folgenden wird erläutert, welche Zugriffsrechte Nmap benötigt, um einen vollständigen Scan durchzuführen.
Benutzerrechte und Systemprivilegien
Grundsätzlich kann Nmap auch von einem normalen Benutzer ohne besondere Rechte gestartet werden, allerdings sind in diesem Fall nur eingeschränkte Scans möglich. Viele der fortgeschritteneren Scanntechniken, die Nmap bietet, erfordern jedoch erhöhte Rechte, insbesondere sogenannte raw socket privileges, die es Nmap erlauben, eigene Netzwerkpakete zu erstellen und zu senden.
Root- bzw. Administratorrechte
Unter Unix-ähnlichen Systemen (Linux, macOS, BSD) ist es meist notwendig, Nmap mit Root-Rechten auszuführen, um einen vollständigen Scan durchführen zu können. Die Root-Rechte ermöglichen Nmap, sogenannte Raw-Sockets zu öffnen, die für das Versenden und Empfangen speziell zusammengesetzter Pakete wie SYN-, FIN-, UDP-, ICMP-Pakete oder auch eigener TCP-Pakete erforderlich sind. Ohne diese Rechte kann Nmap nur auf einen eingeschränkten TCP-Connect-Scan zurückgreifen, der die Standard-Socket-API verwendet und dadurch weniger präzise und langsamer ist.
Windows-Spezifika
Unter Windows benötigen Nutzer Administratorrechte, um Nmap vollständig nutzen zu können. Analog zu Unix sind diese erforderlich, um Raw-Sockets zu erstellen und eigene Pakete zu verschicken. Ab Windows Vista und höher kann es zusätzlich notwendig sein, auch die Benutzerkontensteuerung (UAC) entsprechend anzupassen, damit Nmap mit den erforderlichen Privilegien ausgeführt wird.
Zusätzliche Anforderungen für spezielle Scans
Einige fortgeschrittene Funktionen von Nmap, wie das Scannen von IPv6-Netzwerken oder das Verwenden bestimmter Skripte (Nmap Scripting Engine - NSE), benötigen manchmal neben Root-Rechten auch weitere Systemkonfigurationen oder zusätzliche Berechtigungen. Zum Beispiel kann der Zugriff auf bestimmte Systemdateien oder Netzwerkgeräte vorausgesetzt werden, die je nach Betriebssystemrollen eingeschränkt sind.
Fazit
Für einen vollständigen und effektiven Scan mit Nmap sind erhöhte Systemrechte unerlässlich. Unter Unix-ähnlichen Systemen bedeutet dies die Ausführung als Root, unter Windows als Administrator. Diese Berechtigungen erlauben Nmap, niedrigstufige Netzwerkoperationen durchzuführen, die für detaillierte und präzise Scans notwendig sind. Ohne diese Rechte ist Nmap in seinem Funktionsumfang eingeschränkt und liefert häufig weniger genaue Ergebnisse.
