Energiesparmodus in Ubuntu konfigurieren

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  1. Einführung
  2. Einstellungen über die grafische Oberfläche
  3. Erweiterte Konfiguration via dconf und gsettings
  4. Konfiguration über die Kommandozeile mit systemd
  5. Andere Hilfsmittel und Tools
  6. Fazit

Einführung

Der Energiesparmodus in Ubuntu hilft dabei, den Stromverbrauch des Systems zu reduzieren, indem Hardwarekomponenten oder ganze Systembereiche bei Inaktivität in einen energiesparenden Zustand versetzt werden. Dies verlängert vor allem bei Laptops die Akkulaufzeit und schont die Umwelt. Ubuntu bietet mehrere Möglichkeiten, den Energiesparmodus einzustellen und anzupassen, sowohl über grafische Benutzeroberflächen als auch über die Kommandozeile.

Einstellungen über die grafische Oberfläche

Der einfachste Weg, den Energiesparmodus in Ubuntu zu konfigurieren, führt über die Systemeinstellungen. Dazu öffnet man zunächst das Menü Einstellungen (meist über das Zahnradsymbol im Hauptmenü oder durch Suche). Unter dem Punkt Energie lassen sich verschiedene Optionen einstellen, etwa nach welcher Zeit der Bildschirm ausgeschaltet werden soll oder wann der Rechner in den Suspend-Modus wechseln soll.

Hier kann man die Zeitspannen für Bildschirm ausschalten und Inaktivitätszustand anpassen. Beispielsweise kann eingestellt werden, dass der Bildschirm nach 5 Minuten ausgeschaltet wird und der Computer nach 15 Minuten Inaktivität in den Energiesparmodus wechselt. Weiterhin besteht häufig die Option, zwischen verschiedenen Profilen für Akkubetrieb und Netzbetrieb zu unterscheiden, um jeweils unterschiedliche Einstellungen zu nutzen.

Erweiterte Konfiguration via dconf und gsettings

Für detailliertere Anpassungen oder spezielle Anforderungen kann man mittels der Tools dconf-editor oder gsettings die Energiesparparameter konfigurieren. Diese Werkzeuge greifen direkt auf die Konfigurationsdatenbank von GNOME zu, auf der viele Systemeinstellungen basieren. Beispielsweise kann man Timeout-Zeiten für den Suspend-Modus mit spezifischen Befehlen ändern.

Ein Beispielbefehl, um den automatischen Suspend nach 10 Minuten Inaktivität einzustellen, lautet:

gsettings set org.gnome.settings-daemon.plugins.power sleep-inactive-ac-timeout 600

Hierbei steht 600 für 600 Sekunden (also 10 Minuten). Analog kann man Parameter für den Betrieb mit Akku (sleep-inactive-battery-timeout) konfigurieren.

Konfiguration über die Kommandozeile mit systemd

Ubuntu verwendet systemd für das Power-Management. Über den Befehl systemctl kann man Energiesparmodi wie Suspend oder Hibernate steuern. Um das Verhalten beim Schließen des Laptop-Deckels oder beim Drücken des Power-Buttons zu verändern, bearbeitet man die Datei /etc/systemd/logind.conf.

In dieser Datei kann man Parameter wie HandleLidSwitch, HandlePowerKey oder HandleSuspendKey setzen. Typische Werte sind suspend, hibernate, ignore oder poweroff. Nach einer Änderung der Datei muss der Dienst mit

sudo systemctl restart systemd-logind

neu gestartet werden, damit die Änderungen wirksam werden.

Andere Hilfsmittel und Tools

Für weitergehende Steuerung stehen zusätzliche Tools wie tlp oder powertop zur Verfügung, die speziell für die Optimierung der Energieverwaltung auf Laptops dienen. Diese Tools bieten erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten, die über die Standard-Einstellungen hinausgehen, und helfen dabei, den Energieverbrauch individuell anzupassen. Sie sind jedoch eher für fortgeschrittene Nutzer geeignet.

Fazit

Die Konfiguration des Energiesparmodus in Ubuntu ist auf unterschiedlichen Ebenen möglich, angefangen bei den benutzerfreundlichen Einstellungen über das GNOME-Settings-Menü bis hin zur systemweiten Anpassung mittels systemd und Kommandos. Je nach Anforderung und Kenntnisstand kann man somit die optimale Balance zwischen Komfort und Energieeinsparung erreichen.

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