Wovor genau schützt eine FFP2-Maske die tragende Person?
Eine FFP2-Maske (Filtering Face Piece der Klasse 2) ist eine Atemschutzmaske, die primär dem Eigenschutz dient, aber auch andere schützt. Sie filtert Partikel aus der Luft, die der Träger einatmet.
Hier ist im Detail aufgeschlüsselt, wovor sie schützt:
1. Aerosole und Tröpfchen (Biologische Stoffe)
Das ist die bekannteste Funktion. Die Maske schützt vor kleinsten flüssigen oder festen Schwebeteilchen in der Luft, in denen Krankheitserreger transportiert werden:
- Viren: Zum Beispiel Coronaviren (SARS-CoV-2), Influenzaviren (Grippe) oder Masernviren. Da Viren oft an Tröpfchen oder feine Aerosole gebunden sind, werden diese im Filtervlies abgefangen.
- Bakterien: Schutz vor durch die Luft übertragenen Bakterien (z. B. Tuberkulose).
- Pilzsporen: Schutz vor dem Einatmen von Schimmelpilzsporen.
2. Feinstaub und feste Partikel
FFP2-Masken kommen ursprünglich aus dem Arbeitsschutz und schützen vor gesundheitsgefährdenden Stäuben:
- Baustäube: Zement, Holzstaub, Metallstaub oder Gesteinsstaub.
- Feinstaub: Schutz vor Rußpartikeln oder allgemeiner Luftverschmutzung (PM2.5).
- Pollen: Für Allergiker können FFP2-Masken Pollen fast vollständig herausfiltern.
3. Wässrige und ölige flüssige Partikel (Nebel)
Die Maske schützt nicht nur vor trockenen Stäuben, sondern auch vor feinen Sprühnebeln (Aerosolen) auf Wasser- oder Ölbasis, wie sie beispielsweise beim Lackieren oder bei bestimmten industriellen Prozessen entstehen.
Wie genau funktioniert der Schutz?
Die Schutzwirkung basiert auf drei Mechanismen im Material (meist ein spezielles Meltblown-Vlies):
- Mechanische Filterung: Größere Partikel bleiben im engen Geflecht der Fasern hängen.
- Trägheit & Diffusion: Mittlere und kleine Partikel prallen gegen die Fasern oder werden durch Luftbewegungen so verlangsamt, dass sie haften bleiben.
- Elektrostatische Aufladung: Das Herzstück der FFP2-Maske. Die Fasern sind elektrostatisch geladen und ziehen selbst winzigste Partikel (die eigentlich durch die Lücken passen würden) wie ein Magnet an und halten sie fest.
Wichtige Voraussetzungen für den Schutz
Damit eine FFP2-Maske die tragende Person wirklich schützt, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:
- Filterleistung: Eine zertifizierte FFP2-Maske muss mindestens 94 % der in der Luft befindlichen Partikel (bis zu einer Größe von 0,6 μm) herausfiltern.
- Dichtigkeit (Leckage): Dies ist der wichtigste Punkt im Vergleich zu OP-Masken. Eine FFP2-Maske muss eng am Gesicht anliegen. Wenn Lücken (z. B. an der Nase oder durch einen Bart) entstehen, strömt die Luft ungefiltert am Material vorbei direkt in die Lunge.
Wovor sie NICHT schützt:
- Gase und Dämpfe: FFP2-Masken schützen nicht vor chemischen Gasen (z. B. Chlorgas, Lösungsmitteldämpfe oder Kohlenmonoxid). Hierfür werden spezielle Gasfilter mit Aktivkohle benötigt.
- Sauerstoffmangel: Die Maske filtert nur Partikel, sie erzeugt keinen Sauerstoff. In geschlossenen Räumen mit zu wenig Sauerstoff ist sie nutzlos.